Zu eng

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Richard Fedor Leopold Dehmel: Zu eng (1891)

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Vier Treppen hoch, nach Hinten hinaus:
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ein hundertfenstriges Vorstadthaus.
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Die Kammer schmal
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und niedrig und kahl;
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ein rissiger Spiegel, zerschlissen ein Bette,
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ein Wassernapf; kein Stuhl, kein Tisch;
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und von den Wänden glänzte frisch
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der Armut schimmlichte Tapete.
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Kaum konnt' ich durch die Thür und kaum
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mich drinnen bewegen: so füllte den Raum
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ein plumper Sarg, schmucklos und roh,
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ein Armensarg. Und auf dem Stroh
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des Bettes saß ein magrer Mann,
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noch jung, allein mit jenen alten Zügen,
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mit denen Gram und Not die Zeit

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Ich grüßte scheu. Er sah mich an
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und nickte stumpf
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und seufzte dumpf
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und stierte brütend wieder hin
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aus hohlem Aug' zum offnen Sarg,
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in den ich gestern mit ihm barg
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die tote Curbelstepperin,
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ihr totes Kind im welken Arm.
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Mich peinigte sein starrer Harm;
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drum nahm ich ihn fast grob am Kragen
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und habe derb ihn angesprochen,
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er solle erzählen, sein Leid mir
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nicht sitzen, als hätt' er's selbst verbrochen!
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bis er sich endlich zusammengerüttet
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und seine Seele mir ausgeschüttet.

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»herr Doktor, da ist nicht viel zu erzählen;
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es war ein einziges, langes Quälen.
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Es mag wol bald zwei Jahr her sein,
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da zogen wir hier Beide ein, –
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das heißt, noch eh' wir Bekanntschaft gemacht, –
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Schlafstelle blos, in Aftermiete:
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Sie steppte damals Trauerhüte
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in der Fabrik bis abends Acht
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und kam erst gegen Neun nachhaus;
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für meinen Fuhrherrn nachts hinaus.

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So ging es wol zwei Monat lang;
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wir
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Herbst war's; in ihrem dünnen Rock
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und bei dem weiten, nassen Gang –
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sie war schon immer zart gewesen –
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da hat sie wol was weggekriegt.
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Ja, Herr! da gab's kein Federlesen:
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Geld hatten wir alle Beide nicht,
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ihr Bischen blos im Kassenbuch,
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fürs Krankenhaus war sie nicht krank
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wir konnten kein ander Gelaß uns nehmen,
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wir mußten uns hier
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bis wieder sie konnte auf Arbeit gehn.

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Ja, Herr! und da, da ist es
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Wir hielten's
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wir beide! man ist ein Mensch doch blos!
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und unsre Sehnsucht war so groß, –
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wir wohnten

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Seitdem ist sie mit mir gegangen;
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hat's auch zur Heirat nicht gelangt,
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wir haben unserm Schöpfer gedankt,
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daß wir so eben
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Wir thaten unser Lohn in Eines
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und legten noch
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So haben wir unsern Weg genommen,
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ganz gut, – bis ihre Zeit gekommen.
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Da kam auch die Not. Da half uns kein Beten.
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Sie konnte nicht mehr die Maschine treten;
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was Andres hatte sie nicht gelernt,
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die Eltern hatten sie früh entfernt.
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Nun lebten wir Beide von meinem Lohn,
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und's war für Mich zu knapp fast schon.
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Was half uns da nun unser Plagen,
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was half uns da nun unser Sparen:
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wir mußten die Sachen zum Juden tragen!

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Ich habe bei Tag und bei Nacht gefahren,
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ich hab' mich vor keiner Mühe geschämt,
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ich habe mir keinen Schluck mehr bezähmt, –
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sie wurde
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sie hat sich zuschanden gedarbt und gegrämt, –
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und dann, dann kam das
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ich sah sie weinen, ich hörte es wimmern,
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ich sah sie Beide verschmachten, verkümmern, –
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da hab' ich verloren meine Ruh',
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da hab' ich zum ersten Mal betrogen,
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den ersten Fahrgast beim Fahrgeld belogen,
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und
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mir schnitt zusehr ins Herz die Qual, –
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und Mancher thut's jahrein jahraus,
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um's beim Budiker zu versaufen,
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und
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und, Herr – bei

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Mir wurde noch von Glück gesagt,
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daß mich mein Herr blos weggejagt.
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Ihr und dem Wurm da gab's den Rest:
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nach Arbeit bin ich in Ost und West
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seit vierzehn Tagen herumgelungert,
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und dabei, scheint's, sind sie verhungert.«

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Er nickte stumpf
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und keuchte dumpf
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und glotzte hohlen Augs mich an
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mit einem Blick so müdgehetzt,
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so jeder andern Regung
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daß mir's den Rücken niederrann.
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Ich hatte, zu trösten, mich hingesetzt
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und sah, daß Trösten Hohn hier war,
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wo also stumm das Elend schrie.
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Ich drückt' ihm blos das spitze Knie,
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den dünnen Arm und nahm den Hut
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und sagte: »Kommen Sie
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ich werde Arbeit für Sie besorgen.«
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Er dankte: »Herr Doktor, Sie meinen's gut;
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ich will auch kommen, und ehrlich mich schinden,
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und werde auch wol weiterfinden, –
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blos
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Ja, Herr! blos einen kleinen Verschlag,
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ja hätten wir blos gehabt ein
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daß wir nicht immer uns mußten sehen:
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es wäre Alles nicht geschehen,
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sie lebten alle Beide noch!
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Wir hätten gewartet, wir hätten gespart,
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wir waren ja beide von frommer Art, –
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wir hätten uns selber' ne Droschke geschafft,
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dann hatt' ich ja Verdienst die Menge, –
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so aber ging's uns über die Kraft:
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wir wohnten zu eng zusammen, zu enge!«

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Und nach dem Sarge stierte er wieder,
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da fuhr ein Zucken ihm durch die Lider:
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»o wenn ich doch wenigstens
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dadrinnen in dem engen Kasten!
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jetzt
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jetzt ist's ihr auch zu
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Er stieß ihn heiser heraus den Witz,
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er wollte lachen vor wühlendem Weh;
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da riß es ihn um – so brach's in die Höh',
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da schmiß es ihn nieder von seinem Sitz,
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und weinend warf er sich über die Leiche
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und küßte das Antlitz, das abgezehrt bleiche.

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Da bin ich stille weggegangen,
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mir graute vor der schmalen Kammer,
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und durch die Brust schlich mir ein Bangen,
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als sei

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Richard Dehmel
(18631920)

* 18.11.1863 in Münchehofe, † 08.02.1920 in Blankenese

männlich, geb. Dehmel

Nationalökonom, deutscher Dichter und Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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