Wie ist des Menschen Auge trüb verschleiert

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Karl Henckell: Wie ist des Menschen Auge trüb verschleiert Titel entspricht 1. Vers(1896)

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Wie ist des Menschen Auge trüb verschleiert,
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Wenn ihm der Mensch in nackter Wahrheit naht!
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Der Treuste selbst scheint ihm ein Apostat,
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Der nur der Seele zarte Wandlung feiert.

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Am schnellsten steigt im Kurs, was, abgeleiert
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Zur Dutzendweise wie ein Automat,
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Am Heiligtum des Herzens übt Verrat
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Und im bewährten Brustton biedermeiert.

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O, wohl ist's schwer, ein Freier ohne Wanken
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In dir zu bleiben, wenn die Welt dich zerrt
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Gewaltsam auf den Schauplatz enger Schranken.

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Und doch! Der Ausweg bleibt dir unversperrt,
13
Hältst du vom Leib dir Schwätzer und Tartüffen
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Und läßt vom Schellenklang dich nicht verblüffen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Karl Henckell
(18641929)

* 17.04.1864 in Hannover, † 30.07.1929 in Lindau

männlich, geb. Henckell

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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