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O kleine goldene Schlange mit den grünen
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Juwelenaugen! Seliges Reptil,
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Den rosigen Knöchel mit dem Zünglein küssend,
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Das lüstern nach dem zarten Fleische leckt!
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Jetzt streift die rechte Hand dich leicht hinauf,
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Geschmeidig schmiegst du dich der weichen Fülle
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Des schönsten Armes, den Natur gebildet,
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Und zitterst lustberauscht vom Kopf zum Schwänzchen,
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Zärtlich und fest geringelt um Josepha.
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Josephas Busen atmet Walzertakt,
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Durch Tüll und Spitzen bricht die Schönheit nackt.
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Kein Joseph brennte durch vor dieser Eva.
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Der Kavaliere Nüstern blähen sich,
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Begierde zuckt und zittert, kaum gezäumt,
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Der Hopser schweigt, Blick und Champagner schäumt.
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Erdbeere und Vanille küssen sich
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In den kristallnen Bettchen, um zu sterben
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Den Tod der Liebe in Josephas Mund.
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Es flammt der Saal, durch offne Fenster fächeln
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Vorhänge Maienhauch den Gästen zu,
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Und Kühlung saugen durstige Atlasschuh.
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O kleine goldene Schlange! Schillre, schillre
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Nur immer her zu mir in meine Nische,
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Wo von dem Schwindel ich Erholung schlürfe!
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Willst du vielleicht ein Märchen mir erzählen,
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Ein Märchen von – Angstschauer schüttelt mich –
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Ein Märchen von – ich beuge mich hinaus,
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Mein Stöhnen an das Herz der Nacht zu pressen –
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Ein Märchen von den Stätten deiner Wiege,
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Den fernen goldnen Minen Jeniseisks?
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Ich starre in das Dunkel. Plötzlich schwimmt
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Der helle Ballsaal vor den Augen mir
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Mit tausend Lampen. In die Finsternis
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Verlischt er jäh. Vergitterte Kasernen
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Auftauchen düstermassig. Posten stehn
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An den verriegelten Portalen schnapsend.
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Da springt vor meinem tiefer starrenden Blick
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Die Türe auf ... In Kisten Mann an Mann
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Und über'nander aufgeschichtet liegen
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Die Minengräber. Dunst erwürgt den Odem,
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Und Wanzenhorden wallen, krabbeln, fallen
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Wie Timurlenks Armeen und saufen Blut.
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In Lumpendecken eingewickelt nächt'gen
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Die Unglückseligen. Ihr heisrer Atem
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Röhrt katarrhalisch, wie die Schwindsucht pfeift.
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Hektische Hitze sprüht Minutenrosen
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Auf ihrer Wangen totenbleich Gefild.
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Ein Trog mit schwachen Resten Hirsegrütze
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Steht da vom letzten Mitternachtsdiner,
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Und in den Ecken quillt aus schmutzigen Eimern
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Der Ambraduft, der brennende Gestank.
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Die Kerle dürfen nicht heraus zum Loch,
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Sie könnten Gold verstecken, die Hallunken!
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Schillre, Schlange, schillre! ...
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Champagnerkühler schleppt der Kellner her.
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»fräulein Josepha, ist der Kotillon
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Noch frei?« Ihr tiefverlockend Leibchen haucht
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Empor die wonnefeuchte Tanzeswärme.
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»jawohl.« – »Wie reizend sich Ihr Armband macht!
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Die kleine Schlange – ach, ich wollt', ich wäre ...!«
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– »Gefällt es Ihnen? Onkel hat es mir
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Zum Christkind mit aus Petersburg gebracht,
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Als Brosche noch die goldne Weizenähre.«
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(er macht in Korn und russischem Papier.)