Die gelbe Rose

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Karl Henckell: Die gelbe Rose (1896)

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Spätsommertag. Berlin in klarer Bläue.
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Ihr Gleise sauste die Elektrische.
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Der Schaffner zog. Gleich kam die Haltestelle.
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Ein zartes Fräulein, ganz in Weiß, stand auf,
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So fein und lieblich wie die gelbe Rose,
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Die locker in dem Schloß des Gürtels hing.
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Ein Bremsenruck. Die junge Dame schwankte
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Ein wenig hin und her, als sie den Wagen
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Eilig verließ. Von der Erschütterung
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Glitt unbemerkt der duftige Schmuck zu Boden.
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Blieb liegen ... Wer denn achtete darauf?
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Das Fräulein winkte mit dem Sonnenschirm
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Der Freundin, Gruß und leichtes Händeschütteln –
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Und weiter sauste die Elektrische.
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Der Kondukteur, ein junger Mensch, dem hart
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Des Kampfes Furchen schon die Stirn zerschnitten,
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Durchschritt sein Reich und hob die Rose rasch
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Vom Fußbrett, kehrte zum Perron zurück,
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Sog einen Augenblick den süßen Hauch
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Und hielt so freudeheimlich in der Hand
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Den lichtdurchschimmert seidenweichen Kelch ...
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Nur ein Moment. Dann steckt er sie behutsam
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Am Rückengitter seines Platzes fest,
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Wo seltsam sie die Nüchternheit des Raumes
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Verklärte, nahm die Rolle, zog dem neuen
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Fahrgast das folgende Billett heraus,
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Beugt sich zurück: »Gestatten Sie«, hängt schnell
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Die Oberleitung um – und sausend ging's
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In andre Gegend, andre Menschenwelten.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Karl Henckell
(18641929)

* 17.04.1864 in Hannover, † 30.07.1929 in Lindau

männlich, geb. Henckell

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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