11.

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Karl Henckell: 11. (1896)

1
Partei, Partei – ich habe sie genommen,
2
Als grausam
3
Für die mein Glaube glühend schon erglommen
4
In Tagen der Verfolgung und Gefahr.
5
Mit meines Liedes Macht bin ich gekommen
6
Zum Kampfe für der Unterdrückten Schar
7
Und freue mich der Funken, die gezündet
8
Im Herzen derer, die die Not verbündet.

9
Partei, Partei – wer leugnet seine Seele?
10
Ja, meine ganze Seele gab ich hin:
11
Der Ton drang ohne Falsch mir aus der Kehle,
12
Nichts ist, was ich verschleire und verhehle,
13
Die Muse ward zur Proletarierin,
14
Und rot an ihr war nicht nur die Kokarde,
15
Mit Haut und Haaren ward ich Freiheitsbarde.

16
Partei, Partei – ich geh nun ganz alleine,
17
Kein Überläufer mit Verräterlist.
18
Ein Wicht, wer mir nachwirft Verleumdersteine
19
Und mich mit seiner Bosheit Maße mißt!
20
Ich bin mir selbst Partei und hab die reine,
21
Rotgoldne Flagge Poesie gehißt
22
Mit Silberstern – kein falsches Gut zu paschen,
23
Nicht rechts noch links, doch gottlob nicht verwaschen ...

24
Wie dort der Weih, der überm See die Kreise
25
Bald nah der Flut, bald hoch in Lüften zieht
26
Und seinen Schwingen immer neue Gleise
27
Fortbahnend jetzt in blaue Fernen flieht
28
Und jetzt in unberechenbarer Weise
29
Weitbogig auftaucht, plötzlich niedersieht
30
Und abwärts pfeilt nach Wasser oder Beute –
31
Fühl' ich mich frei vom Standpunkt kleiner Leute.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Karl Henckell
(18641929)

* 17.04.1864 in Hannover, † 30.07.1929 in Lindau

männlich, geb. Henckell

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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