Zutraulich äugt das Reh, das falbe

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Felix Dahn: Zutraulich äugt das Reh, das falbe Titel entspricht 1. Vers(1892)

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Zutraulich äugt das Reh, das falbe,
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Aus dichtem Busch in Friedrichsruh:
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Es schwirrt im Abendrot die Schwalbe
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Dem Nest am braunen Holzdach zu. – – –

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Wann Er am linden Sommerabend
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Im Schatten seiner Buchen geht, –
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Was ist es, das, die Seele labend,
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Beschwichtend ihm die Stirn umweht?

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Dann dringet nicht der laute Ruhm,
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Der Stolz, der Kampfzorn und der Groll
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In dieses Waldesheiligtum,
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So feierlich, so friedevoll.

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Dann freut er sich der alten Bäume,
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– Er kennt sie alle, Haupt für Haupt! –
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Freut sich der alten Jugendträume
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Und daß er stets an sie geglaubt.

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Er denkt gerührt des Himmels Gnade
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Und seines alten, weisen Herrn
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Und daß durch wirre, nächt'ge Pfade
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Zum Sieg ihn treu geführt sein Stern.

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Dann rauscht es leis in allen Wipfeln,
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Dann flüstert's in dem Buschgerank
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Und zu ihm ob den grünen Gipfeln
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Schwebt segnend seines Volkes Dank.

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Ja, mußt' er von dem Steuer weichen, –
26
Der Dank, die Treue blieben gleich:
27
Ihm ragt ein Denkmal sondergleichen:
28
Sein Denkmal ist – das Deutsche Reich! –

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Felix Dahn
(18341912)

* 09.02.1834 in Hamburg, † 03.01.1912 in Breslau

männlich, geb. Dahn

deutscher Jurist, Schriftsteller, Historiker

(Aus: Wikidata.org)

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