Die Welt

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Gustav Sack: Die Welt (1900)

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Aus eins ward zwei, dann strichen wir die zwei
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und schrieben: wahrlich! es ist eine Welt,
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die in sich Stoff und Geist zusammen hält,
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und auch kein Pfaffe bricht sie mehr entzwei.

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Dann aber: es ist alles Bilderei,
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was sich so bunt vor unsre Sinne stellt,
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ein X, von dem niemals der Schleier fällt,
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ja unsre Sinne selbst sind Malerei,

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die Welt, das Ding, die Folge, Zeit und Raum
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alles ein schwerer, rätselwirrer Traum.
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Und heute schreit man laut auf allen Gassen:

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nein, sie ist da, ist harte Wirklichkeit – –
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fortrollt die Welt im wilden Strom der Zeit,
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wir rollen mit und können sie nicht fassen.

(Haider, Thomas: Deutsches Lyrik Korpus (DLK) v5.0, 2022. Ursprünglich von Editura GmbH & Co. KG (Digitale Bibliothek) digitalisiert, vom TextGrid-Verbund erworben und angereichert; als DLK-Ausgabe bearbeitet und kuratiert. Lizenz: Verbreitet unter der Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International Lizenz (CC BY-SA 4.0). Änderungen: Textkorrekturen, Anreicherung mit Metadaten und Textannotationen sowie Konvertierung durch Textopus.)

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Gustav Sack
(18851916)

* 28.10.1885 in Schermbeck, † 05.12.1916 in Rumänien

männlich, geb. Sack

deutscher Schriftsteller, Lyriker und Dramatiker

(Aus: Wikidata.org)

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