2.

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Georg Heym: 2. (1899)

1
Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß.
2
Der Felder gelbe Winde schlafen still.
3
Sie kommt, ein Vogel, der entschlafen will.
4
Der Schwäne Fittich überdacht sie weiß.

5
Die blauen Lider schatten sanft herab.
6
Und bei der Sensen blanken Melodien
7
Träumt sie von eines Kusses Karmoisin
8
Den ewigen Traum in ihrem ewigen Grab.

9
Vorbei, vorbei. Wo an das Ufer dröhnt
10
Der Schall der Städte. Wo durch Dämme zwingt
11
Der weiße Strom. Der Widerhall erklingt
12
Mit weitem Echo. Wo herunter tönt

13
Hall voller Straßen. Glocken und Geläut.
14
Maschinenkreischen. Kampf. Wo westlich droht
15
In blinde Scheiben dumpfes Abendrot,
16
In dem ein Kran mit Riesenarmen dräut,

17
Mit schwarzer Stirn, ein mächtiger Tyrann,
18
Ein Moloch, drum die schwarzen Knechte knien.
19
Last schwerer Brücken, die darüber ziehn
20
Wie Ketten auf dem Strom, und harter Bann.

21
Unsichtbar schwimmt sie in der Flut Geleit.
22
Doch wo sie treibt, jagt weit den Menschenschwarm
23
Mit großem Fittich auf ein dunkler Harm,
24
Der schattet über beide Ufer breit.

25
Vorbei, vorbei. Da sich dem Dunkel weiht
26
Der westlich hohe Tag des Sommers spät,
27
Wo in dem Dunkelgrün der Wiesen steht
28
Des fernen Abends zarte Müdigkeit.

29
Der Strom trägt weit sie fort, die untertaucht,
30
Durch manchen Winters trauervollen Port.
31
Die Zeit hinab. Durch Ewigkeiten fort,
32
Davon der Horizont wie Feuer raucht.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Georg Heym
(18871912)

* 30.10.1887 in Jelenia Góra, † 16.01.1912 in Gatow

männlich, geb. Heym

Unfalltod | Ertrinken

deutscher Schriftsteller, Vertreter des frühen Expressionismus

(Aus: Wikidata.org)

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