Herbst

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Georg Heym: Herbst (1899)

1
Die Faune treten aus den Wäldern alle
2
Des Herbstes Chor. Ein ungeheurer Kranz.
3
Die Hände haltend, springen sie zum Schalle
4
Der Widderhörner froh zu Tal im Tanz.

5
Der Lenden Felle schüttern von dem Sturze,
6
Die weiß und schwarz wie Ziegenvlies gefleckt.
7
Der starke Nacken stößt empor das kurze
8
Gehörn, das sich aus rotem Weinlaub streckt.

9
Die Hufe schallen, die vom Horne starken.
10
Den Thyrsus haun sie auf die Felsen laut.
11
Der Paian tönt in die besonnten Marken,
12
Der Brustkorb bläht mit zottig schwarzer Haut

13
Des Waldes Tiere fliehen vor dem Lärme
14
In Scharen flüchtig her und langem Sprung.
15
Um ihre Stirnen fliegen Falterschwärme,
16
Berauscht von ihrer Kränze Duft und Trunk.

17
Sie nahn dem Bache der von Schilf umzogen
18
Durch Wiesen rauscht. Das Röhricht läßt sie ein.
19
Sie springen mit den Hufen in die Wogen
20
Und baden sich vom Schlamm der Wälder rein.

21
Das Schilfrohr tönt vom Munde der Dryaden,
22
Die auf den Weiden wohnen im Geäst.
23
Sie schaun herauf Ihr Rücken glänzt vom Baden
24
Wie Leder braun und wie von Öl genäßt.

25
Sie brüllen wild und langen nach den Zweigen.
26
Ihr Glied treibt auf, von ihrer Gier geschwellt.
27
Die Elfen fliegen fort, wo noch das Schweigen
28
Des Mittagstraums auf goldnen Höhen hält.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Georg Heym
(18871912)

* 30.10.1887 in Jelenia Góra, † 16.01.1912 in Gatow

männlich, geb. Heym

Unfalltod | Ertrinken

deutscher Schriftsteller, Vertreter des frühen Expressionismus

(Aus: Wikidata.org)

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