Die Masten ragen an dem grauen Wall

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Georg Heym: Die Masten ragen an dem grauen Wall Titel entspricht 1. Vers(1899)

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Die Masten ragen an dem grauen Wall
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Wie ein verbrannter Wald ins frühe Rot,
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So schwarz wie Schlacke. Wo das Wasser tot
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Zu Speichern stiert, die morsch und im Verfall.

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Dumpf tönt der Schall, da wiederkehrt die Flut,
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Den Kai entlang. Der Stadtnacht Spülicht treibt
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Wie eine weiße Haut im Strom und reibt
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Sich an dem Dampfer, der im Docke ruht.

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Staub, Obst, Papier, in einer dicken Schicht,
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So treibt der Kot aus seinen Röhren ganz.
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Ein weißes Tanzkleid kommt, in fettem Glanz
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Ein nackter Hals und bleiweiß ein Gesicht.

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Die Leiche wälzt sich ganz heraus. Es bläht
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Das Kleid sich wie ein weißes Schiff im Wind.
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Die toten Augen starren groß und blind
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Zum Himmel, der voll rosa Wolken steht.

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Das lila Wasser bebt von kleiner Welle.
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– Der Wasserratten Fährte, die bemannen
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Das weiße Schiff. Nun treibt es stolz von dannen,
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Voll grauer Köpfe und voll schwarzer Felle.

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Die Tote segelt froh hinaus, gerissen
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Von Wind und Flut. Ihr dicker Bauch entragt
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Dem Wasser groß, zerhöhlt und fast zernagt.
24
Wie eine Grotte dröhnt er von den Bissen.

25
Sie treibt ins Meer. Ihr salutiert Neptun
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Von einem Wrack, da sie das Meer verschlingt,
27
Darinnen sie zur grünen Tiefe sinkt,
28
Im Arm der feisten Kraken auszuruhn.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Georg Heym
(18871912)

* 30.10.1887 in Jelenia Góra, † 16.01.1912 in Gatow

männlich, geb. Heym

Unfalltod | Ertrinken

deutscher Schriftsteller, Vertreter des frühen Expressionismus

(Aus: Wikidata.org)

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