28.

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Rainer Maria Rilke: 28. (1900)

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O komm und geh. Du, fast noch Kind, ergänze
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für einen Augenblick die Tanzfigur
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zum reinen Sternbild einer jener Tänze,
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darin wir die dumpf ordnende Natur

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vergänglich übertreffen. Denn sie regte
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sich völlig hörend nur, da Orpheus sang.
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Du warst noch die von damals her Bewegte
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und leicht befremdet, wenn ein Baum sich lang

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besann, mit dir nach dem Gehör zu gehn.
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Du wußtest noch die Stelle, wo die Leier
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sich tönend hob –; die unerhörte Mitte.

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Für sie versuchtest du die schönen Schritte
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und hofftest, einmal zu der heilen Feier
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des Freundes Gang und Antlitz hinzudrehn.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Rainer Maria Rilke
(18751926)

* 04.12.1875 in Prag, † 29.12.1926 in Montreux

männlich, geb. Rilke

natürliche Todesursache | Leukämie

österreichischer Lyriker, Erzähler, Übersetzer und Romancier (1875–1926)

(Aus: Wikidata.org)

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