26.

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Rainer Maria Rilke: 26. (1900)

1
Wie ergreift uns der Vogelschrei...
2
Irgend ein einmal erschaffenes Schreien.
3
Aber die Kinder schon, spielend im Freien,
4
schreien an wirklichen Schreien vorbei.

5
Schreien den Zufall. In Zwischenräume
6
dieses, des Weltraums, (in welchen der heile
7
Vogelschrei eingeht, wie Menschen in Träume –)
8
treiben sie ihre, des Kreischens, Keile.

9
Wehe, wo sind wir? Immer noch freier,
10
wie die losgerissenen Drachen
11
jagen wir halbhoch, mit Rändern von Lachen,

12
windig zerfetzten. – Ordne die Schreier,
13
singender Gott! daß sie rauschend erwachen,
14
tragend als Strömung das Haupt und die Leier.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Rainer Maria Rilke
(18751926)

* 04.12.1875 in Prag, † 29.12.1926 in Montreux

männlich, geb. Rilke

natürliche Todesursache | Leukämie

österreichischer Lyriker, Erzähler, Übersetzer und Romancier (1875–1926)

(Aus: Wikidata.org)

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