21.

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Rainer Maria Rilke: 21. (1900)

1
Singe die Gärten, mein Herz, die du nicht kennst; wie in Glas
2
eingegossene Gärten, klar, unerreichbar.
3
Wasser und Rosen von Ispahan oder Schiras,
4
singe sie selig, preise sie, keinem vergleichbar.

5
Zeige, mein Herz, daß du sie niemals entbehrst.
6
Daß sie dich meinen, ihre reifenden Feigen.
7
Daß du mit ihren, zwischen den blühenden Zweigen
8
wie zum Gesicht gesteigerten Lüften verkehrst.

9
Meide den Irrtum, daß es Entbehrungen gebe
10
für den geschehnen Entschluß, diesen: zu sein!
11
Seidener Faden, kamst du hinein ins Gewebe.

12
Welchem der Bilder du auch im Innern geeint bist
13
(sei es selbst ein Moment aus dem Leben der Pein),
14
fühl, daß der ganze, der rühmliche Teppich gemeint ist.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Rainer Maria Rilke
(18751926)

* 04.12.1875 in Prag, † 29.12.1926 in Montreux

männlich, geb. Rilke

natürliche Todesursache | Leukämie

österreichischer Lyriker, Erzähler, Übersetzer und Romancier (1875–1926)

(Aus: Wikidata.org)

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