14.

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Rainer Maria Rilke: 14. (1900)

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Siehe die Blumen, diese dem Irdischen treuen,
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denen wir Schicksal vom Rande des Schicksals leihn, –
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aber wer weiß es! Wenn sie ihr Welken bereuen,
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ist es an uns, ihre Reue zu sein.

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Alles will schweben. Da gehn wir umher wie Beschwerer,
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legen auf alles uns selbst, vom Gewichte entzückt;
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o was sind wir den Dingen für zehrende Lehrer,
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weil ihnen ewige Kindheit glückt.

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Nähme sie einer ins innige Schlafen und schliefe
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tief mit den Dingen –: o wie käme er leicht,
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anders zum anderen Tag, aus der gemeinsamen Tiefe.

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Oder er bliebe vielleicht; und sie blühten und priesen
13
ihn, den Bekehrten, der nun den Ihrigen gleicht,
14
allen den stillen Geschwistern im Winde der Wiesen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Rainer Maria Rilke
(18751926)

* 04.12.1875 in Prag, † 29.12.1926 in Montreux

männlich, geb. Rilke

natürliche Todesursache | Leukämie

österreichischer Lyriker, Erzähler, Übersetzer und Romancier (1875–1926)

(Aus: Wikidata.org)

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