Nächtliche Fahrt

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Rainer Maria Rilke: Nächtliche Fahrt (1900)

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Damals als wir mit den glatten Trabern
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(schwarzen, aus dem Orloff'schen Gestüt) –,
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während hinter hohen Kandelabern
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Stadtnachtfronten lagen, angefrüht,
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stumm und keiner Stunde mehr gemäß –,
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fuhren, nein: vergingen oder flogen
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und um lastende Paläste bogen
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in das Wehn der Newa-Quais,

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hingerissen durch das wache Nachten,
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das nicht Himmel und nicht Erde hat, –
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als das Drängende von unbewachten
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Gärten gärend aus dem Ljetnij-Ssad
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aufstieg, während seine Steinfiguren
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schwindend mit ohnmächtigen Konturen
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hinter uns vergingen, wie wir fuhren –:

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damals hörte diese Stadt
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auf zu sein. Auf einmal gab sie zu,
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daß sie niemals war, um nichts als Ruh
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flehend; wie ein Irrer, dem das Wirrn
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plötzlich sich entwirrt, das ihn verriet,
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und der einen jahrelangen kranken
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gar nicht zu verwandelnden Gedanken,
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den er nie mehr denken muß: Granit –
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aus dem leeren schwankenden Gehirn
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fallen fühlt, bis man ihn nicht mehr sieht.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Rainer Maria Rilke
(18751926)

* 04.12.1875 in Prag, † 29.12.1926 in Montreux

männlich, geb. Rilke

natürliche Todesursache | Leukämie

österreichischer Lyriker, Erzähler, Übersetzer und Romancier (1875–1926)

(Aus: Wikidata.org)

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