Lied vom Meer

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Rainer Maria Rilke: Lied vom Meer (1900)

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Uraltes Wehn vom Meer,
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Meerwind bei Nacht:

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du kommst zu keinem her;

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wenn einer wacht,
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so muß er sehn, wie er
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dich übersteht:

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uraltes Wehn vom Meer

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welches weht
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nur wie für Ur-Gestein,
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lauter Raum
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reißend von weit herein...

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O wie fühlt dich ein

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treibender Feigenbaum
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oben im Mondschein.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Rainer Maria Rilke
(18751926)

* 04.12.1875 in Prag, † 29.12.1926 in Montreux

männlich, geb. Rilke

natürliche Todesursache | Leukämie

österreichischer Lyriker, Erzähler, Übersetzer und Romancier (1875–1926)

(Aus: Wikidata.org)

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