Legende von den drei Lebendigen

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Rainer Maria Rilke: Legende von den drei Lebendigen (1900)

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Drei Herren hatten mit Falken gebeizt
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und freuten sich auf das Gelag.
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Da nahm sie der Greis in Beschlag
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und führte. Die Reiter hielten gespreizt
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vor dem dreifachen Sarkophag,

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der ihnen dreimal entgegenstank,
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in den Mund, in die Nase, ins Sehn;
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und sie wußten es gleich: da lagen lang
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drei Tote mitten im Untergang
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und ließen sich gräßlich gehn.

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Und sie hatten nur noch ihr Jägergehör
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reinlich hinter dem Sturmbandlör;
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doch da zischte der Alte sein:
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– Sie gingen nicht durch das Nadelöhr
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und gehen niemals – hinein.

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Nun blieb ihnen noch ihr klares Getast,
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das stark war vom Jagen und heiß;
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doch das hatte ein Frost von hinten gefaßt
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und trieb ihm Eis in den Schweiß.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Rainer Maria Rilke
(18751926)

* 04.12.1875 in Prag, † 29.12.1926 in Montreux

männlich, geb. Rilke

natürliche Todesursache | Leukämie

österreichischer Lyriker, Erzähler, Übersetzer und Romancier (1875–1926)

(Aus: Wikidata.org)

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