Der Ölbaumgarten

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Rainer Maria Rilke: Der Ölbaumgarten (1900)

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Er ging hinauf unter dem grauen Laub
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ganz grau und aufgelöst im Ölgelände
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und legte seine Stirne voller Staub
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tief in das Staubigsein der heißen Hände.

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Nach allem dies. Und dieses war der Schluß.
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Jetzt soll ich gehen, während ich erblinde,
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und warum willst Du, daß ich sagen muß
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Du seist, wenn ich Dich selber nicht mehr finde.

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Ich finde Dich nicht mehr. Nicht in mir, nein.
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Nicht in den andern. Nicht in diesem Stein.
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Ich finde Dich nicht mehr. Ich bin allein.

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Ich bin allein mit aller Menschen Gram,
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den ich durch Dich zu lindern unternahm,
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der Du nicht bist. O namenlose Scham...

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Später erzählte man: ein Engel kam –.

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Warum ein Engel? Ach es kam die Nacht
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und blätterte gleichgültig in den Bäumen.
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Die Jünger rührten sich in ihren Träumen.
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Warum ein Engel? Ach es kam die Nacht.

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Die Nacht, die kam, war keine ungemeine;
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so gehen hunderte vorbei.
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Da schlafen Hunde und da liegen Steine.
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Ach eine traurige, ach irgendeine,
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die wartet, bis es wieder Morgen sei.

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Denn Engel kommen nicht zu solchen Betern,
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und Nächte werden nicht um solche groß.
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Die Sich-Verlierenden läßt alles los,
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und sie sind preisgegeben von den Vätern
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und ausgeschlossen aus der Mütter Schooß.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Rainer Maria Rilke
(18751926)

* 04.12.1875 in Prag, † 29.12.1926 in Montreux

männlich, geb. Rilke

natürliche Todesursache | Leukämie

österreichischer Lyriker, Erzähler, Übersetzer und Romancier (1875–1926)

(Aus: Wikidata.org)

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