Festesfreude

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Ludwig Thoma: Festesfreude (1894)

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Als sich seinerzeit der Kurfürst
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Brandenburgs zum König krönte
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Und sich die Allongeperücke
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Mit dem Diadem verschönte,

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Ward genehmigt, daß im Volke
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Ehrfurchtsvolle Freud' entbrannte,
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Weil von nun an »Dero Liebden«
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»seine Majestät« sich nannte.

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Unser Los verknüpft bekanntlich
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Eng sich dem des Potentaten,
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Darum wurde zu des Pöbels
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Lustbarkeit ein Ochs gebraten,

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Reiter sprengten durch die Straßen,
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Warfen Geld in jede Ecke;
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Hoch- und Höchstdieselben lachten,
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Wenn der Mob sich wälzt' im Drecke.

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Heute, nach zweihundert Jahren,
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Ist man nicht mehr so entzunden.
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Wenn sie oben Feste feiern,
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Spürt man nichts im Volke drunten.

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Heute stehen an den Türen
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Des geschmückten Königschlosses
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Andre Bettler; lest die Namen
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Im Organe Rudolf Mosses.

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Männchenmachend, schweifewedelnd
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Sitzt die Schar der Pudelhünde,
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Und sie harren voll Begierde,
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Daß man ihren Namen künde.

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Keine Münzen, aber Orden,
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Vogelbilder, schwarze, rote,
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Werden unter sie geworfen,
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Und sie balgen sich im Kote.

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Und sie tänzeln und sie springen
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Vor dem hohen Potentaten;
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Lächelnd sehen wir dies Treiben,
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Und kein Ochse wird gebraten.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Ludwig Thoma
(18671921)

* 21.01.1867 in Oberammergau, † 26.08.1921 in Tegernsee

männlich, geb. Thoma

natürliche Todesursache | Magenkarzinom

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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