Großfürstin Anastasia

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Ludwig Thoma: Großfürstin Anastasia (1894)

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Das ist die junge Großmama,
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Frau Fürstin Anastasia,
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Sie war wohl chic und nett, ja, ja,
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Und ist auch jetzt noch so la la,
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Und wer sie sieht, und wer sie sah,
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Pfeift durch die Zähne, tralala!

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Sie geht, als wie zum Rendezvous,
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Hat seidne Strümpf' und Stöckelschuh',
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Ihr Unterröckchen macht frou-frou,
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Man hört dem Rauschen gerne zu,
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Und denkt: Verflucht und sieh mal du!
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Ich möchte wohl und ei cou-cou!

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Nun denkt euch wohl, die hübsche Fee
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Kam nach Berlin ins Schloß, o jeh!
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Dort trinkt man nur den dünnsten Tee,
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Ist gar so rein, wie frischer Schnee,
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Und seidne Röck' und Strümpf', olé,
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Die mag man nicht, du Jemine!

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Die Herrn vom Consistorio,
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Die seufzen ouh! und stöhnen oh!
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Die Fürstin ist so lebensfroh,
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Als wenn sie nie die Sünde floh,
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Und ihre Röcke rauschen so!
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Sie sucht ihr Heil ganz anderswo.

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Das näselt, flüstert ohne Ruh'
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Und fromme Augen blicken, huh!
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Man knöpft den Rock sich fröstelnd zu.
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Die Fürstin aber denkt: nanu!
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Nimmt ihre Strümpf' und Stöckelschuh',
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Geht ins Hotel und macht frou-frou.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Ludwig Thoma
(18671921)

* 21.01.1867 in Oberammergau, † 26.08.1921 in Tegernsee

männlich, geb. Thoma

natürliche Todesursache | Magenkarzinom

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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