Venus Socia

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Richard Fedor Leopold Dehmel: Venus Socia (1891)

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– Kaffee, Branntwein, Bier –
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im Spelunkenrevier,
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und ein Lied scholl rührend durch die Thür;
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und das sangen und spielten die traurigen Vier,
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ein Vater mit seinen drei Töchtern.
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Er stand am Ofen, die Geige am Kinn
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schief neben ihm hockte die Harfnerin,
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und die Jüngste knixte, und aus das Lied,
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die Geige die machte ti-flieti-fliet:
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»war Eine, die nur Einen lieben kunnt« ...

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Die dritte ging stumm
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mit dem Teller herum,
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ums polternde Biljard, blaß und krumm;
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und nun drehte der Alte die Fidel um
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und klappte darauf mit dem Bogen.
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Und auf Einmal schwieg der Keller ganz,
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die Jüngste die hob die Röcke zum Tanz;
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die Harfe die machte ti-plinki-plunk,
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und die Jüngste war so kinderjung
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und sang zum Tanz ein wüstes Hurenlied ...

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Sie sang's mit Glut,
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das zarte Blut;
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und der schwarze, zerknitterte Roßhaarhut
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stand zu der plumpen Harfe gut,
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mit den weißen papiernen Rosen.
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Laut schrillten die Saiten tiflieti-plunk,
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und Alle beklatschten den letzten Sprung,
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und die Tellermarie stand vor mir; stumpf
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»spielt mir noch Einmal«, bat ich dumpf,
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»war Eine, die nur Einen lieben kunnt« ...

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Richard Dehmel
(18631920)

* 18.11.1863 in Münchehofe, † 08.02.1920 in Blankenese

männlich, geb. Dehmel

Nationalökonom, deutscher Dichter und Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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