Sie war geflochten aus besten Stricken

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Richard Fedor Leopold Dehmel: Sie war geflochten aus besten Stricken Titel entspricht 1. Vers(1891)

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Sie war geflochten aus besten Stricken,
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aus bleiverknoteten, festen, dicken,
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meine Geißel nämlich – und der Stiel
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so grad recht handlich zum Prügelspiel.
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Doch nein: es sollte ja ernst zugehn,
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ich wollte die Hexe blutig karbatschen,
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diese alte Prüde mal zappeln sehn.
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Also rasch in den Frack! in die Ecke die Latschen,
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die Lackschuh an, Manschetten, Chapeau,
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damit nicht etwa, käm'ich so
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als Mensch blos, ohne den Affenschniepel,
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Verdacht entstünde: hinaus, du Rüpel!
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Ich las noch einmal die Adresse:
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Frau Geheime Comm.-Rath S. von Kohn
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verschwieg man, schien's, aus Delikatesse.
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Eine Krone drüber, riesengroß,
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ersetzte das »geborne« Schwänzchen.
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Da war ich geladen zum Lesekränzchen.
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Denn – verehrter Leser, ich träumte blos ...

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Hm! sollt ich sie also wiederbegrüßen.
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Wahrhaftig, sie hatte Carierre gemacht
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hatte mich immer schon ausgelacht –
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na warte, du Kröte heut sollst du's büßen!
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Ich übte Probe; verdammt. Das zog,
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wie die Knute um Wade und Schienbein flog!
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Ich knöpfte sie zärtlich unter die Weste,
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ich übte den Handgriff, es ging aufs beste.
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Noch ein Blick in den Spiegel: Famos, famos,
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das wird ein lustiges Lesekränzchen,
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erst Faust von Goethe, und dann mein Tänzchen!
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Faust?? – Wie gesagt, ich träumte blos.

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Wo hatt ich sie eigentlich kennen gelernt?
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Seltsam! ich sann und sann und sinnte,
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meine Gedanken waren wie Stinte:
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kaum da, schon wieder weit entfernt.
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Ich lief und lief – das war doch rein
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zum Rasendwerden mit dieser Fratze!
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Doch immer die selbe! das Auge! Nein,
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doch nicht! jetzt so – fast wie ein Schwein,
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jetzt wie'ne Schlange, nein, wie'ne Katze.
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Und doch – zum Teufel, ich irr mich nicht:
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um diese kaltlüsternen Blicke immer
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das selbe zahme Kaninchengesicht,
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nein Affengesicht, nein Hühnchengesicht,
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das selbe süßlederne Frauenzimmer.

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Ah – ja natürlich! klar wie Butter!
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erst war sie die Tochter von unserm Paster.
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Die warnte mich stets vor dem Pfad der Laster,
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zwei Jahr drauf war sie Fräulein Mutter.
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Das heißt, nicht etwa von meiner Seite,
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ich wußte noch nicht, was der Vogel gepfiffen,
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ich nahm die Worte noch für die Leute;
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ein Andrer, der hatte sie – besser begriffen.

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Dann war sie die Jüngste von meinen Tanten,
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nein – Eine von ihren Gouvernanten,
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nur daß sie mich beide nicht wiedererkannten;
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die brachten uns jungen Sündern bei,
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was alles unaussprechlich sei.
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Sie lasen immer vor Schlafengehn
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bei verriegelten Thüren die Bibel zusammen,
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die Reinheit ihrer Seelenflammen
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war aus der Reinheit der Blätter zu sehn;
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die fettigsten Stellen – will ich nicht nennen,
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die keusche Leserin wird sie kennen.

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Herrgott, und die Pate, das war sie ja auch!
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die mit dem wohlgemeinten Bauch.
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Ihr seliger Gatte war sehr verderbt,
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er hatte ihr einen Apoll vererbt,
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der hatte nur ein Blatt zum Kleide;
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drum band sie ihm, so geht die Fabel,
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aus dunkelblauer chinesischer Seide
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ein christliches Mäntelchen um den Nabel.

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Nein Himmel – es war ja ihr Fräulein Base!
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Nein – Fräulein Rosaura von gegenüber,
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die mit der Entenschnabelnase
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und dem lyrischen Epos »Je länger je lieber«.
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Sie hatte sich züchtig nach einem Mann
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in den vornehmsten Zeitungen umgethan,
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doch wollte Keiner die Tugend belohnen;
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nun schrieb sie Novellen und Recensionen.
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Ganz Deutschland pries den neuen Stern
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ob seiner jungfräulichen Reinlichkeit;
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besonders Zola'n besprach sie gern
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und – warnte vor seiner Peinlichkeit.
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In Höherem Auftrag ließ sie auch,
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der Staat bewilligte die Mittel,
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ein Werk erscheinen mit dem Titel:
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»das verbesserte Volkslied zum Schulgebrauch«.
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An den Anfang war als Motto gestellt:
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»hähnchen von Tharau ist's, das mir gefällt«.

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Und immer neue! Verdammte Hexe:
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kaum bist du Eine, so sind es sechse –
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Herrgott, nun ist sie ja gar ein Mann!
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der Herr Kollege von nebenan,
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der geprüfte Schulamtskandidat,
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der die ausgezeichneten Zeugnisse hat;
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er schwingt fürs Frauenwohl die Feder.
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In Schriften spricht er und vom Katheder
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über die höhere Sinnlichkeit
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aller wahrhaft sittlich Emancipirten
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und die sexuelle Verworfenheit
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und perversen Affecte der Prostituirten;
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er will ein kirchliches Zuchthaus gründen
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zur Korrektur der natürlichen Sünden.
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Die
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so ein Fremdwort finden die Damen scharmant;
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deutsch klingt gleich alles so beschämlich
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und zehnmal weniger intressant.
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Drum ist er, nur aus besagtem Grunde,
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bei einem Specialarzt ständiger Kunde.

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Ah, da geht er ja wieder – Herr, warten Sie doch!
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was machen Sie denn so breite Beine?!
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Nein, das ist er ja garnicht – ah: Frau von Knoch
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mit ihrem Möpschen an der Leine,
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seine verehrte Gönnerin.
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Ach nein: Frau Consistorialrath Klooß,
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mit dem würdevoll wackelnden Doppelkinn
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und bald Millionenbesitzerin,
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die »Witwen- und Waisen-Beschützerin«,
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geborene Freiin von – Kronensproß.
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Ihr Neffe, der war ein deutscher Dichter,
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so einer von dem modernen Gelichter,
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die alles beim rechten Namen nennen
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und gar keine moralischen Rücksichten kennen;
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dem hat sie natürlich ihr Haus verschlossen.
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Und da hat der Mensch die Frechheit besessen,
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angeblich aus Mangel an Kleidung und Essen,
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und hat sich ne Kugel durchs Herz geschossen.

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Und immer neue! mein Atem brannte,
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während ich so durch die Straßen rannte;
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ich lief und lief, von Schweiß bedeckt.
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Aus allen Mienen, aus allen Blicken,
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als hätte ein Teufel die Welt beleckt,
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schien mir dies Weibsbild entgegenzunicken.
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Seitdem ich die Nase ins Leben gesteckt,
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war sie mir über den Weg gekrochen
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mit ihrem frommen Kaninchengesicht,
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nein Katzengesicht, nein Hühnchengesicht,
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mit ihren schlangengeschmeidigen Knochen.
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Sie hatte so'was in den Augen,
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das schien sich Einem ums Herz zu stricken,
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jede Liebe drin zu ersticken
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und jede Männlichkeit auszusaugen.
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Und wo man hinkam, war sie zu treffen,
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sie schien die reine Gesellschaftsklette;
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sie ließen sich Alle geduldig äffen
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von dieser verzuckerten, glatten Kokette
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mit ihren ahnungslosen Mienen,
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die – seltsam – nimmer zu altern schienen
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und die ich auch niemals jung gesehn;
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ihr schien die Natur aus dem Wege zu gehn.
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Zwar – sie auch ihr! denn sonderbar:
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kein Haus, in dem dies Rackervieh
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nicht irgendmal zu finden war,
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blos in den Hütten der Arbeit nie.
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Und immer, waren mir mal zu Zwein
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und ich wollte der Kröte die Wahrheit geigen,
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so ein Lächeln und Lispeln: »Lassen Sie sein,
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geliebter Freund! wie süß dies Schweigen!«
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und ein Seufzen, ein schmachtendes Fächerwiegen:
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»ich weiß ja, alles ist natürlich!«
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und ein lüstern lauerndes Hüftenbiegen:
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»im Wort nur ist es ungebührlich!«
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dann aber, wie ein sattes Schwein
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am vollen Troge pflegt zu liegen,
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fing plötzlich so ein glasiger Schein
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ihre geilen Blicke an zu lähmen,
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ich konnte den Ekel nicht bezähmen,
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ich mußt ihr vor die Füße spein.
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Das brachte sie jedesmal zum Lachen:
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»sie wollen die Welt wol besser machen?«

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Nur manchmal, wenn sie wie in Schauern,
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als ob sich ihr Gefühl ertappte,
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die Lider über die Augen klappte,
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empfand ich was wie ein Bedauern;
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vielleicht, daß doch in all dem Schleim
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ein kleiner, verschimmelter Edelkeim!
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Ich spürte dann immer so ein Jucken
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in allen fünf Fingern, ihr die Mucken
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mal mit der Karbatsche auszuplätten –
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man weiß ja: Prügel und dann ein Kuß
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ist verrückten Weibern ein Hochgenuß –
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Das war das Letzte, das konnte sie retten.

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Herjeeh ja, das war's ja, das wollt'ich ja eben!
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ah sieh, da bin ich ja schon zur Stelle.
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Sie thronte, von ihrem Stab umgeben,
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der kleine Herr Gatte stand dick daneben,
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grad gegenüber der Zimmerschwelle.
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Die persischen Polster und Teppiche strahlten
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im weißen Schimmer der Glühlichtblüten,
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die Teelöffel klirrten, Brillanten sprühten,
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die Seidenroben rauschten und prahlten;
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auch sprach man schon ... Ich legte die Rechte
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verbindlich an mein Westenlätzchen
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und – fühlte nach meiner Knutenflechte,
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sie steckte sicher; na warte, Schätzchen!
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Laut: »Gnä'ge Frau, ich habe das Glück,«
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sie schien mich gar nicht wiederzukennen,
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ich nahm die Ehre, mich zu nennen –
200
»ah, der neue Herr Lektor. Ein'n Augenblick.«
201
Natürlich! sie hatte jetzt höhere Ziele,
202
die Geheime Comm.-Rath S. von Kohn,
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als ihre plebejischen Kinderspiele;
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sie war ja bei Hofe Vertrauensperson!
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Sonst schien sie aber nicht verändert,
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nur sozusagen zart conservirt,
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die verschleierten Augen pikant umrändert,
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und ein wenig
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Dem Herrn Geheimen schien, wie Allen,
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seine Geheime sehr zu gefallen.

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Nun fing man an von Kunst zu sprechen.
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Der Herr Geheime sprach: »Verßeihn Se,
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wenn ich so frei bin aufzubrechen,
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ich habe Geschäfte beim Hofrat Heinse.«
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»oh« – »leider« – »bitte« – bedauerndes Lächeln,
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Verbeugen und Neigen und Wangenfächeln –
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»ja, leider dringende Commission,«
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verschwand mit Würde Herr S. von Kohn;
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nun ging es hoffentlich bald los.
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Ich sah mich um – i Gott soll schützen,
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da schienen ja lauter Bekannte zu sitzen!
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Da rechts – Frau Consistorialrath Klooß,
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geborene Freiin von Kronensproß.
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Da – Fräulein Rosaura von Entenschnabel,
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da die Pate mit dem verbundenen Nabel,
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und Frau von Knoch mit ihrem Begleiter,
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und die Pastertochter – na und so weiter:
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das ganze gediegene Lesekränzchen,
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wie sie da saßen und standen die Biedern
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auf ihren unaussprechlichen Gliedern,
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germanische wie semitische Pflänzchen:
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oh Boccaccio, göttlicher Schmetterling,
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dies Häufchen Gemüse in Einer Schüssel,
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das wär was gewesen für Deinen Rüssel,
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wenn nicht auch Dir der Spaß verging!
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Ja: ihr ganzes Leben lag vor mir offen,
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ich kannte sie Alle – und das Pack
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schien nicht ein bißchen davon betroffen,
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na wart't! ich fühlte an meinen Frack.
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Ja – die Frau Geheime war augenscheinlich
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in ihrem Umgang äußerst reinlich.

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Gott sei getrommelt und gepfiffen:
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jetzt winkte sie. Die ganze Herde
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war plötzlich ehrfurchtsvoll ergriffen,
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und mit entsprechender Geberde
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sprach die Geheime: »Lieben Freunde,
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ich bin entzückt und hingerissen,
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daß meine kleine Kunstgemeinde
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so treu zusammenhält. Sie wissen,
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daß wir uns heute dem unendlich
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von uns verehrten, wundervollen
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Genie von Weimar widmen wollen,
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das heißt mit Auswahl selbstverständlich.
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Ich darf wol bitten – hier, mein Lieber,«
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das ging an meine Wenigkeit,
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sie reichte mir den Faust herüber –
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»die gestrichenen Stellen zu beachten;
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wenn's dann gefällig, wir sind bereit.«
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Ich sah in das Buch; zwei Diener brachten
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mir Lesepult und Wasserglas;
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ich sah in das Buch. Ei Teufel – das,
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das ging wahrhaftig über den Spaß:
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da war ja Alles, schien's, gestrichen.
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Na, ich nahm Platz; die Diener schlichen
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lautlos hinaus – ich machte tief
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mein Kompliment – mein Auge lief
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die Blätter durch – aha! hier oben
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ein ganz besonders dicker Strich!
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und salbungsvoll das Kinn gehoben,
270
begann ich ernst und feierlich:

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»ein Jeder lernt nur, was er lernen kann,
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Vergebens daß ihr wissenschaftlich schweift;
273
Doch wer den Augenblick ergreift« –
274
man horchte auf – »Das ist der rechte Mann.
275
Ihr seid noch ziemlich wohlgebaut«,
276
Fräulein Rosaura nickte zart,
277
»an Kühnheit wird's euch auch nicht fehlen,
278
Und wenn ihr euch nur selbst vertraut«,
279
ich griff mir schmachtend in den Bart,
280
Fräulein Rosaura saß erstarrt,
281
»vertraun euch auch die andern Seelen.
282
Besonders lernt die Weiber führen«,
283
der Pastertochter wurde schwach,
284
»es ist ihr ewig Weh und Ach«,
285
die Pate schien der Schlag zu rühren,
286
»so tausendfach« –
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Frau Klooß erkannte mit Gewimmer:
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Herr Gott, das wird ja immer schlimmer –
289
»aus Einem Punkte zu kurieren.
290
Und wenn ihr halbweg ehrbar thut«,
291
jetzt ging ein Ächzen durch das Zimmer,
292
»versteht das Pülslein wohl zu drücken«,
293
die Frau Geheime schien zu sticken,
294
»habt ihr sie Alle unterm Hut.
295
Und faßt ihr sie mit feurig schlauen Blicken«,
296
schrie ich – »verdammte verquiente Brut,
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Wol um die schlanke Hüfte frei,
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Zu sehn, wie fest geschnürt sie sei« – –
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da platzte die Bombe, ein Jammergeschrei,
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die Frau Geheime lag auf dem Rücken.
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Und krach! auf die Diele das Wasserglas
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und den Lesetisch, und heraus die Knute:
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»nu täuw, du schielige Zimperpute –
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Karline, jetzt kommt der Kontrabaß!
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jetzt will ich dir zeigen, wie man streicht!«
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und rietsch, da hatt ich sie beim Wickel.
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Ei, alle Wetter: dies fette Karnickel,
308
das war ja wie'ne Feder leicht!
309
Und plötzlich – Teufel, was war denn
310
Fräulein Rosaura sank fassungslos
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dem Herrn vom Frauenwohl in den Schooß,
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die Pate schnappte leichenblaß
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nach Luft: in meinen Fingern saß
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– die Frau Geheime bibberte nur –
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ihre ganze bezaubernde Lockenfrisur.
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Und auf der grau strupphaarigen Platte –
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mir ekelte – ein Schorf und Schinn
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und Speck und Spinster, als klebte drin
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die ganze abgekratzte Pomade
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von zehn Jahrhunderten festgefilzt,
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so eingeschimmelt und verpilzt.

322
Die ganze Bande lag in Krämpfen –
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na wart't, Canaillen, es kommt noch besser,
324
ich will euch schon die Ohnmacht dämpfen!
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Und schnipp schnapp flitz: mein Federmesser:
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herrjeh, wie wurden sie plötzlich munter –
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Frau Klooß, geborene Freiin, schrie:
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»allmächtiger Vater, er mordet sie« –
329
und holter di polter, stuhlüber stuhlunter,
330
als ob ein Satan zwischen sie führe,
331
das ganze gediegene Lesekränzchen,
332
germanische wie semitische Pflänzchen,
333
klabotter klabatter hinaus zur Thüre.

334
»so, Schatz!« ich nahm sie sacht beim Kragen,
335
zum Glück hatt'ich noch Handschuh an –
336
»jetzt wollen wir mal, wie zwischen Mann
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und Weib das manchmal soll passieren,
338
uns etwas näher inspiciren!«
339
Quietsch, legte sie los mit Zappeln und Klagen
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und Dämpfelassen und Wasserschlagen –
341
weiß Gott, mir wurde wieder übel.
342
Na, ich spuckte mir's weg – und »Na warte, du Zwiebel«
343
langt'ich die Knute vom Teppich hoch,
344
»bist endlich ruhig mit deinem Loch?
345
sonst gibt's mit der da aufs Hinterstübel!«
346
Und rietsch raatsch runter die Brüsseler Spitzen
347
und Seidenfranjen und Sammetlitzen,
348
und schlitz – an Knöpfen war nicht zu denken,
349
so war die Zimpe verschnürt und verschnallt –
350
das Federmesser! und – – brrr, schnitt's kalt
351
und heiß mir selber in allen Gelenken,
352
wie da aus Flunker und Flitter und Flatter,
353
aus Fetzengeknitter und Fadengeknatter
354
und Watte und Wolle und Fischbeinzacken
355
und Gummi-Busen und -Hinterbacken
356
mit Winseln und Betteln und Strampeln und Schelten
357
sich diese – vermickerten Knickknochen pellten.

358
Ich stand – na, wie das Kind beim Drecke.
359
Zum Henker! um diese verschrumpelte Schrippe,
360
dies Bastardklümpchen von Spinne und Schnecke,
361
dies dürre, vermuffte Altjungferngerippe,
362
da hatte ich Narr mich so geplagt?!
363
Zwar Jungfer – Das zu untersuchen
364
bei diesem verpimperten Hutzelkuchen,
365
das hätte wol kaum ein Arzt gewagt.
366
Ich konnte mich immer noch nicht fassen,
367
blos heimlich wünscht'ich: hätt'ich ihr doch
368
das Hemde wenigstens angelassen!
369
Pfui Teufel – wie sie da vor mir kroch
370
mit ihren Runzeln und Faltenschlitzen
371
und ihren Zotteln und schlaffen Zitzen
372
und ihren ausgetrockneten Waden
373
und eingetrockneten Hinterfladen,
374
und zwischen den schlotternden Schultern und Armen
375
auf der vermergelten Wirbelleiste
376
der griese, grindige Schädel gleißte:
377
mein Ekel stieg bis zum Erbarmen.

378
Lern aber einer die Weiber kennen!
379
Noch eben mitten in Plärren und Flennen:
380
kaum merkte sie meine Männerschwäche –
381
ich merkt'es selber erst durch sie,
382
es war die reine Telepathie:
383
da grinst und äugelt mich die freche
384
Vettel mit ihrer geschminkten Fratze
385
so von unten über die Achsel an,
386
daß mir's durch beide Nieren rann.
387
Ich weiß nicht, ob die alte Katze
388
mich etwa zu – beglücken dachte,
389
ob sie sich über mich lustig machte,
390
ob diese abgetakelte Ratte
391
in ihrer kahlen Scheußlichkeit
392
meinte, sie sei dadurch gefeit
393
ich sah nur unter der rundigen Platte.
394
nur zwischen den gelben, verschmuzten Runzeln,
395
den Pustelflecken und Zottenzunzeln,
396
dies weiß und rosa beschmierte Grinsen,
397
dies schlaue, gemeine Blicken und Blinsen,
398
und plötzlich faßte mich eine Wut:
399
mir schien das ganze verfaulte Blut
400
unsrer vergreisten, verspensterten Zeit
401
in dieser Hexe zusammengebreit,
402
und – »So, nu plärre, verwünschte Zicke,
403
jetzt bin ich mit meiner Geduld zu Rand!«
404
hob ich zum Hiebe die Knutenstricke,
405
da – – legt sich sanft um meine Hand
406
und rührt mich bis ins weheste Mark
407
wie junge Liebe so still und stark
408
und warm, um meinen Hals gebogen,
409
ein Arm, – und mild, voll Stolz und Huld,
410
tönt eines Atems leises Wogen:
411
»laß ab! sie

412
Und wie sich nun mein Nacken wendet,
413
von Schauern mächtig überwallt,
414
da steh ich, fast von Scheu geblendet
415
vor dieser schimmernden Gestalt.
416
Im matten Glanz der Glühlichtglocken
417
ist ihre Nacktheit heller Tag,
418
es geht ein Schein von Stirn und Locken
419
wie Blütenschmelz im Frühlingshag.
420
Zur Hüfte nieder um die Brüste
421
fließt mantelschwer ihr lang braun Haar
422
und wogt und flimmert goldenklar,
423
als ob ein Morgenwind sie küßte.
424
Weiß leuchtet aus der schlanken Rechten,
425
zum Gruß geneigt und zum Gebot,
426
ein Lilienstab, den dunkelrot
427
zwei volle Rosen dicht umflechten;
428
so steht sie wehrend, wundersam
429
beglänzt. Und ich – mich überkam
430
ein Ahnen wie Erinnerung,
431
ein Sehnen neu und kinderjung:
432
ich hatte sie nie noch nimmer wo
433
gesehn, und wie mir dennoch so
434
ihr blauklar Auge, seelenweit,
435
und ihres Mundes Zärtlichkeit
436
jedwedes Faserchen tief innen
437
zu lauter Andacht ließ gerinnen –
438
ach war's denn nicht, als sähe wieder
439
meine liebe Mutter zu mir nieder?
440
und nun verwirrt und fromm befangen
441
mein Blick an ihr zu Boden wollte
442
und doch, in bangem Hinverlangen,
443
wie so ihr Haar an Ohr und Wangen
444
und Brüsten schmeichelnd sie umrollte,
445
mein Herz nach ihrer Schönheit schrie,
446
als bebtest Du mir, Du mir wieder,
447
Du Eine Eine zu mir nieder
448
in deiner Reinheit, die mir nie
449
ein Wort noch Winkchen vorenthalten,
450
nicht Seel noch Leibs geheimste Falten,
451
als läs'ich ein ergründet Buch, –
452
und wie's so immer tiefer wühlte
453
und süß und süßer mich umhüllte
454
der dunklen Rosen Wollgeruch:
455
es riß mich nieder ihr zu Füßen
456
und machte meine Arme breit:
457
»wer bist du, Weib, in deiner süßen,
458
in deiner milden, herben, süßen,
459
unsagbar süßen Herrlichkeit?«

460
Und aus der Rechten sacht zur Linken
461
läßt sie das Blumenzepter sinken,
462
dann spricht sie über mich geneigt,
463
nimmt mir die Geißel aus der Hand nun,
464
nimmt eines Teppichs bunten Rand nun,
465
indem sie ihn der Andern reicht,
466
und winkt ihr mit der Lilie: »Geh!
467
bedecke dich! es thut mir weh,
468
in deiner Blöße dich zu sehn.«
469
Und wieder über mich geneigt nun,
470
indeß die Andre scheu entweicht nun,
471
tönt ihres Atems leises Wehn:
472
»was war's doch, was in tiefsten Lüsten,
473
wenn Lippen sich und Seelen küßten,
474
den trunknen Blick dir ganz benahm,
475
was dich im Überdurst der Wonnen,
476
so in ein Andres ganz versponnen,
477
wie willige Blindheit überkam?
478
Dann warst du Mein! ich bin die
479
Mußt dich aber nicht gleich, mein Bester,«
480
senkte sie lächelnd die Lilienblüten,
481
»so um alles in Eifer wüten.
482
Die da, meine mißratene Schwester,«
483
nickte sie neckisch nach der Thür hin,
484
während sie mir den Scheitel zauste
485
und ihre zierlichen Nüstern krauste,
486
»die da ist schon über Gebühr hin
487
durch die eigene Ohnmacht gestraft:
488
fehlt ihr zur rechten Freude die Kraft.
489
Hat ja viele Seelen zu Sklaven,
490
alle die Biedern, alle die Braven
491
vom werten Orden der Gleißnerschaft,
492
alle die zahmen, ewig alten,
493
sinnenlahmen Halben und Kalten,
494
scheint ein gar gewaltiger Bund,
495
ist aber doch nur – nun eben Schund.
496
Haben die Welt nie aufgehalten,
497
und Alles, was sie zu Stande brachten,
498
und ihrer Weisheit letzter Grund
499
ist – ihr gegenseitig Verachten.
500
Können sich nicht gesund betrachten,
501
weil ihrem armen dünnen Blut
502
jedes freie Lüftchen wehe thut,
503
und machen drum aus ihrer Not
504
ein Gebot.
505
Und, Lieber,« streicht sie zart mein Haar,
506
»der Heuchler meint die Lüge wahr,
507
der Wahre muß ihn nur verstehn!
508
Wenn Kraft und Schönheit nackend gehn,
509
man würde sich nicht sehr beklagen;
510
doch etwas schwerer zu vertragen
511
ist Häßliches, bei Licht besehn.«

512
Und während silbern noch im Ohr mir
513
ihr fröhlich stolz Gelächter klingt,
514
winkt mit den Rosen sie empor mir
515
und spricht: »Ein schlechter Boden bringt
516
aus echter Wurzel schlechte Blüte,
517
und wer mit schwächlichem Gemüte
518
sich schämt, der ist zur Scham verdorben,
519
doch ist sie drum – nit ausgestorben.

520
So beugt sie sich mit gnädigem Kusse
521
in heller Anmut zu mir hin,
522
ich aber fühle ihrem Gruße
523
mein ganz Gefühl entgegenglühn –
524
und nur noch, wie's mich übermannte,
525
ich wieder an ihr niedersank,
526
mein Mund auf ihren Brüsten brannte,
527
ich ihre Lenden ganz umspannte,
528
ihr Haar mir um die Finger schlang,
529
die Stirn gewühlt in ihren Schooß –
530
und sie nur, hold und mütterlich,
531
am Ohr mich zupft: »Ich bitte dich,
532
mein lieber Freund! was willst? laß los!
533
ermuntre dich! du – träumst ja blos.«

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Richard Dehmel
(18631920)

* 18.11.1863 in Münchehofe, † 08.02.1920 in Blankenese

männlich, geb. Dehmel

Nationalökonom, deutscher Dichter und Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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