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Ton von Glocken. Droh'n von Glocken. Wo nur? Weh, ich falle!
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Wohin wollten doch die stummen, grauen Mönche alle? –
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Um mein dunkles Gitter seh ich Nachtgespenster jagen,
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und da vor mir, nur zwei Schritte, rollt ein schwarzer Wagen.
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Ringsum glimmt die Luft von Kreuzen, und die Fackeln bluten,
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und man führt mich an den Armen – ach dies weiche Fluten!
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Von alleine gehen meine qualgelähmten Beine,
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ach so schön geführt; ich kenne keine Straße, keine;
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gehe flutend wie im Traume, ohne Sinn und Willen,
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nur im Kopfe, nur im Herzen fühl'ich etwas wühlen.
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Etwas prüft da seine Krallen, scharfe, krumme Krallen,
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und die Raben klagen drüben, und die Glocken hallen.
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Ach, ich höre ferne Chöre – ei so lieb, so liebe;
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nur in meinen Augen brennt was, oh so trüb, so trübe.
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Und es rieselt etwas Kaltes über meine Mienen,
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alle Menschen stieren her, und – Keiner naht von ihnen;
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etwas muß in diesen Mienen herrschen, daß sie graut – ja!
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und es rieselt etwas Kaltes über meine Haut da.
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Und vier Rappen ziehn den Wagen, trauerflorumflossen,
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aber mich zieht eine Hand, die hält mich starr umschlossen.
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Großer Gott, der Sarg, der Sarg da – kommt wol auf mich los da?!
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Da im Sarge, ja im Sarge liegt mein Daseinsloos – ja ...
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Wofür schlugst du mich so tückisch, Du, den »Gott« sie schelten?
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Du, der Herr der Kreaturen, Herr der Sternenwelten,
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Mich zerbrachst du! Schmach!
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Du ein Gott? Wo denn, sage?!
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Stöhnst wol im Gedröhn der Glocken, in der Rabenklage?
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Tritt doch her hier, grinsend, prahlend, mit dem Hohn im Blicke,
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Du – Scheusal der Nacht!
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Bin doch größer, ich mit meinem großen Gramgeschicke,
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Ja: so stöhnen hohl die Glocken ...
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thut so drohn, der tote Ton!
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der Ton! – der Ton! – –
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Heilig in der weißen Seide
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träumt sie, still und schwer,
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bleich gekreuzt die Hände beide –
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nein, du träumst nicht mehr!
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Fühlst nicht mehr den Duft des bittern
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nie mehr meine Lippen zittern,
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Hörst mich fahl Gespenst nicht schreiten
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weißt nicht, daß wir dich begleiten
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Und dich in den Sarg zu legen,
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dazu deiner Mutter Segen?
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Das mein Brautbett? und ich klage
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Gott, nach solchem, solchem Tage,
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Gott, was soll ich noch?! –
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Oh wie war sie süß und milde:
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wie durch dämmernde Gefilde
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Keine Sünde gab es, keine,
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und von ihrem Mund das reine
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Ja, sie war mein guter Wille,
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Ihrer Seele große, stille
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führte mich – wohin? o Jammer:
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in den Abgrund, in die Kammer
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Das mein Brautbett? und ich klage
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Gott, nach solchem, solchem Tage,
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Gott, was soll ich noch?! – –
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Und nun heben sie den Sarg und – woll'n sie mir wol nehmen?!
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Was, Gewalt? sie woll'n mich halten?! Hahahah, ihr Memmen!
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Hahahah, ihr tollen Hunde! Laßt mich los! ich rase!
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ich bin jung! ich habe Fäuste! ich bin stark! Ich blase
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euch zu Staub, ihr mürben Spinnen! Weg da, feile Menge:
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Meinem königlichen Gram ist eure Brust zu enge!
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Nur ein König darf mein Kleinod reißen mir vom Herzen!
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Und sie weichen ... Aber ich, ich großer Fürst der Schmerzen,
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wandle durch das dumpfe Staunen – und die Glocken drohn so!
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und nun steh ich vor dem Sarge, steh vor meinem Thron – Hoh:
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wozu hockst du, Totengräber, da mit deinem Spaten?
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wieviel kostet wol solch König, Bruder, zu bestatten?
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Ja, begrabt mich! aber tief, tief! mir wird schlecht – wer hält mich!
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Schwerer als der Sand da unten drückt hier diese Welt mich ...
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Weg den Wedel! Kein geweihtes Wasser soll sie schänden;
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ich allein, mit meinen Thränen, darf die Weihe spenden,
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Ich, ihr Hoherpriester! Wehe –: aus dem Mönchtalare
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schiebt sich eine seltsam lange, eine seltsam klare
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Hand, – sie zieht mich in die Kniee, naht mir, – weh, ich falle,
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eine Sense saust – – ich stürzte. Und sie kamen Alle,
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und sie brachten mich hierher, ach! Ach, aus ein paar Funken
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Glück ein Brand von Pein!
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Welt, du Tollhaus! wozu bist du? Welt, du Pestspelunke!
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Hier mein klopfend Herz dein Klöppel, du die hohle Glocke!
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Wollt ich's werden? heh, wer hing mich in die hohle Glocke?
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Bin in meinen Daseinsketten doch kein Knecht am Blocke?!
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Ich bin frei! ich geh!
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Ja, so stöhnen hohl die Glocken ...
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thut so drohn, der tote Ton!
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der Ton ... der Ton ...