Frühling im Lande! – Gärend quoll sein Blut

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Richard Fedor Leopold Dehmel: Frühling im Lande! – Gärend quoll sein Blut Titel entspricht 1. Vers(1891)

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Frühling im Lande! – Gärend quoll sein Blut,
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des Körpers enge Last den Wesen rings
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in schwellenden Wonnewogen schier zersprengend,
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durch alle Thäler, über alle Höh'n;
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die strotzenden Knospen schienen nur zu
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auf den Erlösungshauch, der endlich sie
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aus ihrer starren Hülle sollte reißen,
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sich satt zu trinken an der jungen Luft
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und lebensselig all ihr keusches Grün
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dem flammenden Kuß des Lichtes zu vermählen.

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Hinein ich lauschte in dies trunkne Werden,
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ein einzig lauschend Aug' und Ohr und Herz,
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erlauschte Alles – Nichts – o Alles all:
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des Baums, der Gräser Durst, den schmetternden Vogel,
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den Gießbach, der zur Ebne zischend sprang,
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und in der tiefen Ferne, unentwirrbar
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dem zitternden Duft, der Menschenstadt Gewimmel.
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Und Menschen, Bach und Halm und Baum und Vogel,
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von Einer Brunst umschlungen fühlt' ich Alles,
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in Eine Inbrunst Alles untertauchen,
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in Eines branden mit dem strömenden Glanz –
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und eine Sehnsucht mir die Brust bestürmen,
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mich hinzugeben in das All der Welt
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und

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Doch klammernd hielt mich die Erinnrung fest;
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und taumelnd, in zerknirschten Wonnen ahnt' ich,
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daß Menschenkindern nur ein Menschenherz,
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selbstloser Liebe voll, die Fluten birgt,
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erlöst zu werden von des Leibes Schranken
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und selbstvergessen in das All zu sinken:
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ein Andres Herz, selbstloser Liebe voll.
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Nach Liebe, Liebe schrie es laut in mir,
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nach einem Herzen, das für Mich nur schlüge,
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für mich, für mich, der – selber lieblos immer!

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Da brach's empor, da sah ich
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und sah's und schlug die Hände vors Gesicht
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und warf zur Erde mich und weinte.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Richard Dehmel
(18631920)

* 18.11.1863 in Münchehofe, † 08.02.1920 in Blankenese

männlich, geb. Dehmel

Nationalökonom, deutscher Dichter und Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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