Vorhölle

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Georg Trakl: Vorhölle (1900)

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An herbstlichen Mauern, es suchen Schatten dort
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Am Hügel das tönende Gold
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Weidende Abendwolken
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In der Ruh verdorrter Platanen.
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Dunklere Tränen odmet diese Zeit,
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Verdammnis, da des Träumers Herz
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Überfließt von purpurner Abendröte,
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Der Schwermut der rauchenden Stadt;
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Dem Schreitenden nachweht goldene Kühle
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Dem Fremdling, vom Friedhof,
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Als folgte im Schatten ein zarter Leichnam

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Leise läutet der steinerne Bau;
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Der Garten der Waisen, das dunkle Spital,
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Ein rotes Schiff am Kanal.
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Träumend steigen und sinken im Dunkel
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Verwesende Menschen
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Und aus schwärzlichen Toren
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Treten Engel mit kalten Stirnen hervor;
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Bläue, die Todesklagen der Mütter.
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Es rollt durch ihr langes Haar,
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Ein feuriges Rad, der runde Tag
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Der Erde Qual ohne Ende.

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In kühlen Zimmern ohne Sinn
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Modert Gerät, mit knöchernen Händen
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Tastet im Blau nach Märchen
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Unheilige Kindheit,
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Benagt die fette Ratte Tür und Truh,
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Ein Herz
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Erstarrt in schneeiger Stille.
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Nachhallen die purpurnen Flüche
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Des Hungers in faulendem Dunkel,
32
Die schwarzen Schwerter der Lüge,
33
Als schlüge zusammen ein ehernes Tor.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Georg Trakl
(18871914)

* 03.02.1887 in Salzburg, † 03.11.1914 in Buenos Aires

männlich, geb. Trakl

Suizid | Überdosis

österreichischer Dichter des Expressionismus

(Aus: Wikidata.org)

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