Auf die Deutsche Künstlerin

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Friedrich Hebbel: Auf die Deutsche Künstlerin (1850)

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Ich will das rohe Feuer nicht,
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Das, durch kein Maaß zurückgehalten,
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Hervor, wie aus der Hölle, bricht,
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Um gleich dem Element zu walten:
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Ich will den Funken aus den Höh'n,
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Der sanft der Seele sich verbündet
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Und langsam wachsend, immer schön,
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Zuletzt zur Flamme sich entzündet:
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Zur Flamme, die den Leib durchstralt,
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Ihn nicht verzehrt in blindem Toben,
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Und uns im reinsten Purpur malt,
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Wie sich Natur und Geist verwoben,
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Als wär' zum ersten Mal ein Stern
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In menschlicher Gestalt erschienen,
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Verschmolzen bis zum tiefsten Kern
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Mit Menschenblick und Menschenmienen!
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Mit dieser Flamme kröntest du
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Stets deine schöpf'rischen Gebilde,
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Drum sprech' ich dir den Lorbeer zu;
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Megären reiche ihn der Wilde.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Hebbel
(18131863)

* 18.03.1813 in Wesselburen, † 13.12.1863 in Wien

männlich, geb. Hebbel

deutscher Dramatiker und Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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