[ich, Balzer, hatte zwanzig Jahr]

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Max Dauthendey: [ich, Balzer, hatte zwanzig Jahr] (1892)

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Ich, Balzer, hatte zwanzig Jahr,
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Da sprach mein Vater: »Balthasar,

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Heute ist grad ein Regentag,
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Weshalb ich mit dir reden mag.

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Man bleibt dann gern einmal im Zimmer;
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Wenn's schön ist, tut man das nicht immer.

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Du bist jetzt zwanzig Jahre eben,
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Und einmal wird man's nur im Leben,

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Die Mutter ist dir längst gestorben,
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O Balzer, bleib mir unverdorben.

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Vor Weibern hüte dich und Wein
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Und laß mir auch die Karten sein!

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Ich will nicht sagen, man kann eben
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Auch ohne diese Dinge leben,

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Nur hüte dich, mein lieber Sohn,
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Und nimm dir nicht zu viel davon!

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Doch immer sollst du furchtlos bleiben;
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Natürlich ist's, sich zu beweiben,

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Weil, was der Mensch niemals probiert,
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Sich ewig vor ihm selbst geniert.«

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Der Vater gab mir einen Kuß:
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»und nicht nur deshalb, weil man muß,

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Mein Sohn, nimm warm das Leben hin.«
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Und abends fuhr ich nach Berlin.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Max Dauthendey
(18671918)

* 25.07.1867 in Würzburg, † 29.08.1918 in Malang auf Java

männlich, geb. Dauthendey

deutscher Dichter und Maler

(Aus: Wikidata.org)

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