Dezembernacht

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Max Dauthendey: Dezembernacht (1892)

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Die Dezembernacht geht warm ins Land,
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Wetterleuchten flackt in stummer Ferne.
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Und die dunkelglatte Himmelswand,
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Überblinkt von Stichen starker Sterne.

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Dort das gelbe Lämplein leuchtet kaum
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Klein am Boden einer armen Klause.
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Offen steht die Tür in Nacht und Raum.
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Einer betet halblaut in dem Hause.

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Manchesmal ein Menschenschatten liegt
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Vor mir lang im grauen Sand der Straße.
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Manchmal fällt mich an ein Duft und fliegt
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Aus der Bäume hoher Kronenmasse.

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Und ich ahne, dort im Dunkel lebt
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Vieles, das verborgen sich geboren,
15
Davon Freude süß vorüberschwebt.
16
Und die Nacht lacht leis zu meinen Ohren.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Max Dauthendey
(18671918)

* 25.07.1867 in Würzburg, † 29.08.1918 in Malang auf Java

männlich, geb. Dauthendey

deutscher Dichter und Maler

(Aus: Wikidata.org)

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