Ach, daheim der Mondstrahl überm Flieder

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Max Dauthendey: Ach, daheim der Mondstrahl überm Flieder (1892)

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Gerne möchte ich die Hände falten
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Und die Wege gehen, die erinnerungsalten,
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Möchte meine Heimatnächte wiedersehen.

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Ach, nun singt die Amsel bei der Röte
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Schmaler Abendwolken im Holunder,
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Hier im Reisfeld gurgelt die Posaunenkröte,
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Und zum Himmel spreizt sich Palmenplunder.

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Ach, daheim der Mondstrahl überm Flieder!
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– Hörst du nicht der Gartentüre Klinke? –
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Liebste, steig die hellen Stufen nieder,
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Und ich steh' im Hohlweg unten, winke.

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Und wir wandern um das kleine Haus,
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Sitzen unterm alten Apfelbaume.
14
Und der Nachtigall geht die Lust nicht aus,
15
Und der Mond, er krönt uns in dem ewigen Raume.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Max Dauthendey
(18671918)

* 25.07.1867 in Würzburg, † 29.08.1918 in Malang auf Java

männlich, geb. Dauthendey

deutscher Dichter und Maler

(Aus: Wikidata.org)

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