Geduld

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Max Dauthendey: Geduld (1892)

1
Ach, Tag und Nacht der gleiche Drang
2
Nach deutscher Luft und deutschem Klang.
3
Und immer klafft des Krieges Kluft,
4
Darüber hin das Heimweh ruft.

5
Vier Jahre quäle ich mich hier,
6
Die Sonne kommt tags kaum zu mir.
7
Es ist ein fremdes, wildes Licht,
8
Und auch kein Baum von Deutschland spricht.

9
Mein Leib lebt hingejagt und scheu.
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Der Geist ratlos, der Heimat treu,
11
Gibt meinem Blut schmerzlich Gewicht,
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Und stets: »Geduld, Geduld« er spricht.

13
Geduld, – ein Strohhalm ist dies Wort.
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Dran klammern wir uns fort und fort.
15
Wenn einen die Geduld jetzt ließ,
16
Das Heimweh ihn in Stücke riß.

(Haider, Thomas: Deutsches Lyrik Korpus (DLK) v5.0, 2022. Ursprünglich von Editura GmbH & Co. KG (Digitale Bibliothek) digitalisiert, vom TextGrid-Verbund erworben und angereichert; als DLK-Ausgabe bearbeitet und kuratiert. Lizenz: Verbreitet unter der Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International Lizenz (CC BY-SA 4.0). Änderungen: Textkorrekturen, Anreicherung mit Metadaten und Textannotationen sowie Konvertierung durch Textopus.)

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Max Dauthendey
(18671918)

* 25.07.1867 in Würzburg, † 29.08.1918 in Malang auf Java

männlich, geb. Dauthendey

deutscher Dichter und Maler

(Aus: Wikidata.org)

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