Keiner stirbt, der für das Leben fällt

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Max Dauthendey: Keiner stirbt, der für das Leben fällt (1892)

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Alle großen Berge wurden klein,
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Nirgends ist ein Berg so schwer aus Stein
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Als der Berg der Schmerzen und der Klagen,
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Den die Menschen in der Kriegsnot tragen.

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Nächte werden wilde Ewigkeit.
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Nie war je so krasse Winterszeit.
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Viel Verzweifelte ins Dunkel stieren,
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Viele tausend Tote machen frieren.

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Auch der Frieden brächt' nicht Frieden her.
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Siege wecken Tote nimmermehr.
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Nur ein Tor spricht mir von frohen Siegen,
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Nur ein Narr kann froh bei Gräbern liegen.

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Grollend dacht' ich's, und der Regen fiel.
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Und der Krieg trieb fort sein wütend Spiel.
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Suchend mußt' ich in die Wolken schauen,
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Wo der Himmel weinte wie die Frauen.

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Aber lebte nicht ein ewig Blau,
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Ewig Sonnenlicht dort hinterm Grau?
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Dieses kannte keine armen Toten,
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Helle Helden ihren Gruß mir boten.

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All die Tapfern sprachen auf mich ein:
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»sollen wir umsonst verblutet sein?
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Deine Klagen wollen uns entwerten,
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Uns, die wir den Gott der Tat verehrten.

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Keiner stirbt, der für das Leben fällt,
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Keiner, der gekämpft für seine Welt.
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Und ihr sollt um uns nicht Klage tragen,
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Um Verklärte nicht aus größten Tagen.

29
Größer als die Sorge ist die Kraft,
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Die aus Totem Berge Leben schafft.«
31
Danach sah ich sie, die hingegangen,
32
Höher als den Berg der Kriegsnot prangen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Max Dauthendey
(18671918)

* 25.07.1867 in Würzburg, † 29.08.1918 in Malang auf Java

männlich, geb. Dauthendey

deutscher Dichter und Maler

(Aus: Wikidata.org)

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