Was will der Wind?

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Max Dauthendey: Was will der Wind? (1892)

1
Tief aus der Nacht, die nirgends endet,
2
Sieht eine Kerze neben mir in mein Gesicht,
3
Die ihren Schein wie eine Glorie lautlos spendet,
4
Und lebt als heller Geist vor meinem Augenlicht.

5
Der Wind kreist um das Haus, das er bespricht,
6
Wie einer, der Beschwörung weiß und Bann.
7
Was will der Wind? Was will denn ich und was das Licht?
8
Wo wohnt der Geist, der einst uns drei ersann?

9
So fragt die Stirn voll Wissenslust,
10
So fragt die Liebe nicht.
11
Sie sagt und zieht die Liebste mir an meine Brust:
12
Ein jedes Leben ist aus Inbrunst ein Gedicht.

(Haider, Thomas: Deutsches Lyrik Korpus (DLK) v5.0, 2022. Ursprünglich von Editura GmbH & Co. KG (Digitale Bibliothek) digitalisiert, vom TextGrid-Verbund erworben und angereichert; als DLK-Ausgabe bearbeitet und kuratiert. Lizenz: Verbreitet unter der Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International Lizenz (CC BY-SA 4.0). Änderungen: Textkorrekturen, Anreicherung mit Metadaten und Textannotationen sowie Konvertierung durch Textopus.)

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Max Dauthendey
(18671918)

* 25.07.1867 in Würzburg, † 29.08.1918 in Malang auf Java

männlich, geb. Dauthendey

deutscher Dichter und Maler

(Aus: Wikidata.org)

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