Deine Augen

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Max Dauthendey: Deine Augen (1892)

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Wie auf hellen wehenden Wiesen
2
Blumen, mit göttlichen Mienen,
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Sind mir deine Augen erschienen,
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Welche die Liebe froh priesen.

5
Leicht von den Blumen beschworen
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Sah ich den Schmetterling steigen;
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So haben deine Augen im Schweigen
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Mir meine Lieder geboren.

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Manchen führt Mondschein gefangen,
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Nachtwandelnd öffnet er Türen;
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Mich konnten deine Augen fortführen,
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Bin ihnen blind nachgegangen.

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Sie sind wie der Mondschein gekommen;
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Sie können die Erde versenken,
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Können den Schatten mir lenken,
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Machen mich glücklich beklommen.

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Deine Augen sind wie die Waldbeeren,
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Sie zwingen mich niederzuknien;
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Und haben die Sorgen geschrien,
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Konnten deine Wimpern sie wehren.

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Wie an den Wassern die Weiden
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Über den Spiegeln gern schweben
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Froh an entrückendem Leben,
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Kann ich deine Augen nicht meiden.

25
Muß mich deinen Augen ergeben;
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Wie die Wolken, rauschend im Blauen,
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Auf Unergründliches bauen,
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Bau' ich auf zwei Augen mein Leben.

29
Deine Augen sind himmlische Brücken;
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Wie nach dem Regen im Bogen
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Sieben Freuden am Himmel einzogen,
32
So können deine Augen beglücken

33
Wenn in dem Abend die Birken
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Blutend in Scharen sich röten,
35
Als müßte die Sonne sie töten,
36
So fühle ich Todeslust wirken.

37
Wie todeslüstern die Mücken
38
Heiß um den Abendstrahl minnen.
39
Möcht' ich deine Augen gewinnen,
40
Trag' gern all Leid im Entzücken.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Max Dauthendey
(18671918)

* 25.07.1867 in Würzburg, † 29.08.1918 in Malang auf Java

männlich, geb. Dauthendey

deutscher Dichter und Maler

(Aus: Wikidata.org)

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