[ich sehe den Berg, den breit schwebenden]

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Max Dauthendey: [ich sehe den Berg, den breit schwebenden] (1892)

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Ich sehe den Berg, den breit schwebenden.
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Er zieht an den Himmel edel,
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Einfach und sich selbst genug.

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Das starke purpurne Meer,
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Die blaue erhabene Wolke kommen zu ihm,
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Sein Schnee ist weißer als der Schnee.
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Nur der Reife nahe dem Edlen!
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Jahrtausende begegnen dir auf dem Wege,
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Und dem Leidlosen alles Leid,
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Den starken Wissenden prüfen starke Tote.

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Sorgengeruch des Verbrannten begleitet dich,
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Urasche, und ihre Dunkelheit vergißt du nie.

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Blumen und Früchte stehen am Fuß,
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Grün, aber dunkelgrundig.
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Du lachst und fürchtest die schwelgenden Gärten.
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Und reiche, düstere Dörfer,
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Ihr Reichtum ist ärmer als alle Armut.

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Der Tag lebt dort nur am Himmel,
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Auf Erden Mauern und Häuser zeigen hartnäckige Nacht.
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Und furchtbar lachen dort alle Menschen,
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Sie verlachen grimmig sich selbst.

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Dann auf den finstern Feldern,
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Die Sonne verachten,
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Mußt du schattenlos gehen;
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Dir schwinden Knochen und Schwere
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Auf der gewichtlosen Kohle.

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Oben wartet die unergründliche Höhe, schmucklos.
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Du verwirfst Gehör und Gesicht.
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Dein Lachen geht unter, spurlos.
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Dann wirst du sehend,
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Das wirst du erfahren,
32
Niemandem willst du dich nennen,
33
Ob auch den Boden die Flüche der Bettler erschüttern.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Max Dauthendey
(18671918)

* 25.07.1867 in Würzburg, † 29.08.1918 in Malang auf Java

männlich, geb. Dauthendey

deutscher Dichter und Maler

(Aus: Wikidata.org)

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