Faun

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Max Dauthendey: Faun (1892)

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Im Walde Faun,
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Tief im Grase.
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Die Ohren gereckt, mit schnuppernder Nase,
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Horcht über die Halme zur sinkenden Sonne.

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Und die Affenstirne in Falten geschoben,
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Und zitternd die geballte Rechte gehoben:
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»verfluchte Gewalt, du sollst mich nicht zwingen!«

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Die Sonne sinkt.
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Die Nachtdüfte steigen,
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Aus der Waldtiefe
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Schwillt rot das Schweigen.

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Faun kriecht zusammen,
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In die harten Blätter am Boden,
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Scharrt Moos, Steine auf:
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»erde, laß mich hinein!«
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Und er wühlt die Stirn in die Erde ein,
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Beißt um sich, zerfetzt, hackt –
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Aber alles bleibt reglos.
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Sie hören ihn nicht.
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Nur Stille rings mit versteintem Gesicht.
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Mondlicht brennt.
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Im Walde jagen die weißen eisigen Feuer,
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Und von brünstigen Flammen entfacht,
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Tanzt Faun und lacht,
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Und tanzt und lacht,
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Mit wunden Augen in brünstigen Flammen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Max Dauthendey
(18671918)

* 25.07.1867 in Würzburg, † 29.08.1918 in Malang auf Java

männlich, geb. Dauthendey

deutscher Dichter und Maler

(Aus: Wikidata.org)

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