Du meinst, daß Nacht und Frost die Glut verscheuchten

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Ernst Stadler: Du meinst, daß Nacht und Frost die Glut verscheuchten Titel entspricht 1. Vers(1898)

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Du meinst, daß Nacht und Frost die Glut verscheuchten,
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Weil Flammen nicht mehr heiß in Dunkel schwellen –
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Mich sättigt wunschlos das gestillte Leuchten,
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In dessen Hut sich Weg und Ferne hellen.

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Ich spüre, wie auf immer uns vereine
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Der Glanz, den unvergessne Tage spenden,
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Und trage still, wie in geweihtem Schreine,
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Ihr Heiligstes in unbeschwerten Händen.

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Ich weiß mich fahrlos, was mir auch begegnet,
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Und nah, wie auch ins Ferne Schicksal ladet,
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Ich fühle jedes Glück von Dir gesegnet
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Und jede Schönheit nur durch Dich begnadet.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Ernst Stadler
(18831914)

* 11.08.1883 in Colmar, † 30.10.1914 in Ypern

männlich, geb. Stadler

elsässischer Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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