Spürst du es herbsten, Wacholder?

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Bruno Wille: Spürst du es herbsten, Wacholder? Titel entspricht 1. Vers(1894)

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Spürst du es herbsten, Wacholder?
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Tiefdunkel grünen die Erlen/
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Doch Sonne küßt immer holder.

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Schwebt dorten nicht weiß Gespinnst?
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Ach, Silberhaar, schweifende Wehmut
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Ist all meines Sommers Gewinnst.

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Wacholder, dir bleiben die Nadeln.
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Laubherzlein mögen welken,
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Uns beide soll Winterleid adeln.

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Geistender Nebel auf Mooren.
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Du Welt hast heimliche Schlüfte;
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Wohin ging Jugend verloren?

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Muß Moder denn alles beerben?
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Hin rieseln die Augenblicke;
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Ach, alles Leben ein Sterben.

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Der Himmel mattrotes Gold.
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O bliebe doch eine Treue
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Dem Begrabenen ewig hold!

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Abendfunken verglimmen.
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Wie Flötenseufzer will endlos
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Mein Sehnen ins Weite schwimmen.

22
Horch, säuseln nicht Friedhofs Cypressen?
23
Ich weiß eine Seele der Seelen,
24
Die kann kein Stäubchen vergessen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Bruno Wille
(18601928)

* 06.02.1860 in Madgeburg, † 31.08.1928 in Schloss Senftenau in Aeschach

männlich, geb. Wille

deutscher Prediger, Journalist und belletristischer sowie populärphilosophischer Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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