Auf allen Forsten, Wiesengründen/

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Bruno Wille: Auf allen Forsten, Wiesengründen/ Titel entspricht 1. Vers(1894)

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Auf allen Forsten, Wiesengründen/
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Auf meines Grames Heimat/ lagert Nacht.
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Nur droben, droben jene Fernen
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Verklären sich, entzünden
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Die wundervollste Silberpracht
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Von Funkelsternen.

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O Sternenhimmel/
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Du Weltengewimmel!
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Ihr dunkelblauen
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Lichtbesäten Auen
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Der Ewigkeit!
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Euch tief zu schauen
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Ist Seligkeit,
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Ist kühler Trost
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Für diese brennenden Wunden/
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Die mir, erbost
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Gleich kläffenden Hunden,
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Die Menschenmeute schlug, um nun
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Mit sattem Hasse auszuruhn ...

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O Sternenhimmel/
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Du Weltengewimmel!
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Milchstraße, ungeheuer, breit,
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Vielbuchtig wie ein ausgetretener Strom
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Durchquerst du die Unendlichkeit/
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Welle an Welle,
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Nebel an Nebel/
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Jede Welle ein Lichtermeer,
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Jeder Nebel ein Weltenheer.
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An des Lichtstroms Ufern blühn
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Große Sterne, schwefelflammenblau.
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Manche funkeln rot und grün
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Wie besonnter Blumentau.
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Sternschnuppen sprühn/
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Leuchtkäfer auf dunkler Flur.
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Göttergleich auf hehren Thronen,
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Blitzen mit den Kronen
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Jupiter, Sirius, Arktur.
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Zum Polarstern, seit Äonen,
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Zielt der Wagen wie gebannt.
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Von Demant
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Flammt Orions Gürtelbild.
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Gemma, reizend, mädchenmild,
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Regenbogenbunt sich malend,
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Winkt dem Mars/ der fackelrot,
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Schlachten sinnend loht.
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Alle Schwestern überstrahlend
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Taucht der Liebe Stern mit Schneegefunkel
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Aus des Forstes ernstem Dunkel.

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Und wie feierliche, leise
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Hingehauchte Harfenweise
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Hör ich nun die Sterne klingen/
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Mich im Auge/ sinnen, singen:

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»sei still und lausche/ lauschend gleite
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Zum kühlen Rasen/ breit', breite
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Die Arme andachtsvoll empor!
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In Dunkelblau, in Silberschauer
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Laß taumlig deine Augen sinken
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Und dieser Kränkung letzte Trauer
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In unserm Ruhemeer ertrinken!
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Von Menschentorheit wund gesteinigt,
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Im Strahlenquell gesund gereinigt,
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Sollst du ein Heil der Erden,
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Ein stiller Weiser werden.
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Sei nur getreu der Sehnsucht,
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Die um den Frieden freit!
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Wer treulich schmachtend aufwärts schaut,
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Dem wird das Höchste angetraut
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In Ewigkeit, in Ewigkeit.
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Und Ewigkeiten sind nicht weit,
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Wenn fern entrückt ob Welt und Zeit
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Im Sternenliede
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Dein Sinn verschwimmt ...
73
Der Sternenfriede,
74
Der tiefste Friede sei mit dir!«

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Bruno Wille
(18601928)

* 06.02.1860 in Madgeburg, † 31.08.1928 in Schloss Senftenau in Aeschach

männlich, geb. Wille

deutscher Prediger, Journalist und belletristischer sowie populärphilosophischer Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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