In Fieberröte träumt der Baum

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Bruno Wille: In Fieberröte träumt der Baum Titel entspricht 1. Vers(1894)

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In Fieberröte träumt der Baum
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Den letzten goldnen Sonnentraum.
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Der blaue Himmel lächelt
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Wie sanftes Leid.
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Horch, seltsam schnarrende Weisen!
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Die Wandergänse reisen,
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Zum Keil gereiht.

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Am Webestuhl die Spinne lauscht,
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Wie droben das Geschwader rauscht.
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Ihr wird so fernesüchtig,
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So bang zu Sinn.
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»o hätt ich schwirrende Flügel!
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Weit über blaue Hügel
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Flög ich dahin.«

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Und wie sie grübelt, wird ihr klar
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Ein Flugmaschinchen wunderbar.
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»mein Werk soll mich erlösen!
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Drum frisch gewebt,
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Bis ob der braunen Heide
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Ein Segel aus weißer Seide
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Im Lufthauch schwebt!«

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Da segelt nun das kleine Ding,
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Wie Faust am Zaubermantel hing.
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So fand dein Spintisieren
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Nun doch den Pfad!
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Dich trägt, was du gesponnen,
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Zu Gärten neuer Wonnen.
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Heil deiner Tat!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Bruno Wille
(18601928)

* 06.02.1860 in Madgeburg, † 31.08.1928 in Schloss Senftenau in Aeschach

männlich, geb. Wille

deutscher Prediger, Journalist und belletristischer sowie populärphilosophischer Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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