Hinab zur unendlichen Ebene taucht

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Bruno Wille: Hinab zur unendlichen Ebene taucht Titel entspricht 1. Vers(1894)

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Hinab zur unendlichen Ebene taucht
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Rotglühend der volle Mond.
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Des Morgens erster Odem behaucht
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Mit feuchtem Kusse die silbergrauen
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Erschauernden Roggenauen.

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Wie schmacht ich, die schwülen
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Vergrämten Sünderschläfen
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Im tauigen Schoße des Feldes zu kühlen!
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Wenn nur die zischelnden Ähren
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Nicht herbe Beichtiger wären!

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Doch zwischen den Ähren, du flatternde bleiche
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Blüte des Mohnes, üppige, weiche,
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Zu dir will ich gehen.
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Sündige Blüte, du wirst mich verstehen.
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Dein gütig Neigen,
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Dein sanftes Schweigen,
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O ich weiß, was es spricht:

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»getrost, mein Liebling! Laß dein reuig Mühen
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Und bette dich her zu mir! Ob es bricht,
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Das fromme Korn, du scheue die Sünde nicht!
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Wir sündigen, weil wir blühen.

22
Vergiß die Welt, die uns Unkraut schilt!
23
Versenke die Seele versöhnt und mild
24
In meine barmherzige Blüte!
25
Laß heimlich uns trinken die duldsame Güte
26
Des Mondes/ und rings vom weiten Gefild
27
Unendlich heilige Ruhe!«

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Bruno Wille
(18601928)

* 06.02.1860 in Madgeburg, † 31.08.1928 in Schloss Senftenau in Aeschach

männlich, geb. Wille

deutscher Prediger, Journalist und belletristischer sowie populärphilosophischer Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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