Wenn ich mich schlafen lege

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Bruno Wille: Wenn ich mich schlafen lege Titel entspricht 1. Vers(1894)

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Wenn ich mich schlafen lege,
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So fällt mir manchmal ein,
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Wieviel ich dir verdanke,
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Du treuer Ruheschrein.

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Du schaust mich an so grübelnd
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Mit deiner Bretterstirn,
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Als möchtest du erzählen,
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Als wäre Holz wie Hirn.

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Auf deinem breiten Rücken
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Trugst du mich manche Nacht.
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Ein halbes Leben hab ich
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In deiner Hut verbracht.

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Ich kam aus dunklem Schoße
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Zum Lichte, zart und klein;
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Sie legten mich vertraulich
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In deine Pflege ein.

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Was ich mit schwerer Zunge
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Im Schlafe ausgeplauscht
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Von bunter Träume Wispern,
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Hast duldsam du belauscht.

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Wenn mich Gespenster würgten,
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Wenn ich in Klüfte fiel/
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In deinem sanften Pfühle
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Fand ich mein tröstlich Ziel.

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Die Seufzer, wenn des Sturmes
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Gewimmer mich gequält/
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Und, weißt du noch? die Küsse/
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Du hast sie all gezählt.

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Du Zeuge voller Andacht,
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Wenn schaffend ich gewacht,
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Wenn ich, vom Geiste trunken,
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Dem Liede nachgedacht.

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Wenn schlotternd ich getaumelt,
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Die Schläfe fieberschwül,
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Hast du mein Haupt gebettet
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In deine Kissen kühl.

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Dereinst, wenn ich so liege,
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Dann kommt der Rudermann,
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Der deine treuen Planken
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Zur Barke wölben kann.

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Du trägst mich leise schaukelnd/
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Fahr wohl/ durch schwarze Flut
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Zum Eiland der Zypressen,
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Wo sich so selig ruht.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Bruno Wille
(18601928)

* 06.02.1860 in Madgeburg, † 31.08.1928 in Schloss Senftenau in Aeschach

männlich, geb. Wille

deutscher Prediger, Journalist und belletristischer sowie populärphilosophischer Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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