Auf sandiger Heide am Kiefernforst

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Bruno Wille: Auf sandiger Heide am Kiefernforst Titel entspricht 1. Vers(1894)

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Auf sandiger Heide am Kiefernforst
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Kauert ein Häuschen gedrückt,
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An Fenster, Dach und Lehmgewand
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Verwahrlost und zerstückt.

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Des bretternen Stalles Türe klafft;
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Verloren sind Schafe und Ziegen.
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Im Dünger ein letztes Hühnchen scharrt,
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Mürrisch brummen die Fliegen.

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Und in der Stube da quarrt das Kind,
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Das Weib, das zornige, schilt,
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Des Häuslers Stimme vom Trunke rauh
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Lästert dazwischen wild ....

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Am Fenster die schlanke Sonnenblume
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Erbebt in heimlichem Leid.
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Aus Schutt und Unkraut strebt sie scheu
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Und starrt in die Ferne weit.

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Dort hinter vergilbtem Kartoffelkraut
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Und blondem Stoppelhaar
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Erglänzt der Himmel wie mattes Gold,
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Wie Feiergesang so klar.

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Dort loht aus überirdischem Licht
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Eine andere Blume: die Abendsonne.
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Sie neigt sich zu Grab. Wer die heilige liebt,
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Sauge noch einmal einzige Wonne!

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Und die Sonnenblume, am Glutenball
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Hängt schwärmerisch starr ihr Angesicht,
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Ihr gelbumkränztes Träumergesicht,
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Selig ertrunken im Purpurlicht.

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So steht sie, bei Nesseln an wüster Mauer,
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Wie bebende Arme die Blätter gebreitet ...
31
Versunken die Sonne ... Hinterdrein gleitet
32
Ein Schmachten hinunter mit Todesschauer.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Bruno Wille
(18601928)

* 06.02.1860 in Madgeburg, † 31.08.1928 in Schloss Senftenau in Aeschach

männlich, geb. Wille

deutscher Prediger, Journalist und belletristischer sowie populärphilosophischer Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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