In öder Nacht am Meeresstrand

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Bruno Wille: In öder Nacht am Meeresstrand Titel entspricht 1. Vers(1894)

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In öder Nacht am Meeresstrand
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Ein Fels gen Himmel dunkelt.
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Er starrt ins lockende Wunderland,
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Wo ein Stern, sein Engel, ihm funkelt.

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Da kommt der Sturm dahergebraust,
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Begrüßt von murmelnder Welle,
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Und packt den Felsen mit rüttelnder Faust:
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»wach auf, verträumter Geselle!

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Hast lange genug emporgeschaut
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Mit ungetröstetem Harme.
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Nun reiße vom Himmel die spröde Braut
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In deine trotzigen Arme!

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Schau her, wie man mit Bräuten tut,
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Das tolle Sehnen zu stillen!
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Hoiho, mein Lieb, du salzige Flut!
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Ich pfeife, sei mir zu Willen!«

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Und er stürzt der See an die wogende Brust
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Und hält sie tanzend umfangen;
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Sie windet die Glieder in jauchzender Lust
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Wie rasende Riesenschlangen.

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Die Wirbelnde schlägt ihr nasses Gewand
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An den Felsen mit frechem Spotte,
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Und ach, der Stern, sein Engel, entschwand
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Vor der wüsten Wolkenrotte.

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Nun spüre, mein Fels, vom Taumel umtost,
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Wie ein frommes Lied dich durchschauert:
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»halt aus! Es keimt ein heimlicher Trost,
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Wo Treue in Trennung trauert.

29
Der heiligen Keuschheit bleibe geweiht
30
Die Liebe zur himmlischen Ferne!
31
Dann tragen dich Schwingen der Ewigkeit
32
Zum angebeteten Sterne.«

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Bruno Wille
(18601928)

* 06.02.1860 in Madgeburg, † 31.08.1928 in Schloss Senftenau in Aeschach

männlich, geb. Wille

deutscher Prediger, Journalist und belletristischer sowie populärphilosophischer Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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