Aus Bergen schleicht der Abendhauch, ein Raunen

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Bruno Wille: Aus Bergen schleicht der Abendhauch, ein Raunen Titel entspricht 1. Vers(1894)

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Aus Bergen schleicht der Abendhauch, ein Raunen
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Im wüsten Hain.
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Das Tannenvolk umringt mit scheuem Staunen
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Den Sagenstein.

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Hier stund ein Schloß; sein Glitzern machte trunken
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Wie Abendstrahl.
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Verwunschen wards. Und wo die Pracht versunken,
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Bezeugt dies Mal.

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Verdüstert hockt der Stein/ wie seinen Sorgen
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Ein Bettler grollt.
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Verkappter Fürst! Im Grunde dir geborgen
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Ruht Perl und Gold.

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Kein Gräber drang noch durch die Felsenrinde
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Zum güldnen Schacht.
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Ein Glimmen winkt nur dem Johanniskinde
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In Zaubernacht.

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Sein Träumeraug erschaut in Höhlenwildnis
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Den Perlenschrein,
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Auch marmorweiß ein Königinnen-Bildnis
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Im Dom von Stein./

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Ich kenne sie, die heilgen Heimlichkeiten
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Der Innenschau.
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Verwunschen sank auch mir ins Grab der Zeiten
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Mein Königsbau.

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Doch was dereinst an Seligkeit erblühte,
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Ist nimmer tot;
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Es bleibt mein Schatz, versunken im Gemüte,
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Der magisch loht.

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Ich selber bin das Schloß mit güldner Tiefe,
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Der Sagenstein.
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Und ob ich ganz der Oberwelt entschliefe,
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Der Traum ist mein.

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Die Königin ward diesen heißen Sinnen
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Hinweggebannt.
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Verklärt zum Engel weiht sie nun mein Minnen
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Dem Geisterland.

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Als Dom von Tropfgestein soll mich umflechten
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Die Innenwelt.
39
Braut meiner Jugend, throne mir zur Rechten
40
Im Höhlenzelt!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Bruno Wille
(18601928)

* 06.02.1860 in Madgeburg, † 31.08.1928 in Schloss Senftenau in Aeschach

männlich, geb. Wille

deutscher Prediger, Journalist und belletristischer sowie populärphilosophischer Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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