Wie stumm der Föhrenforst! Aus Wolkenflor

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Bruno Wille: Wie stumm der Föhrenforst! Aus Wolkenflor Titel entspricht 1. Vers(1894)

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Wie stumm der Föhrenforst! Aus Wolkenflor
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Lugt scheu der Vollmond. Schwarze Klumpen kauern
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In Moos und nebelgrauem Erlenmoor:
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Wacholderbüsche. Wie versteinert lauern
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Und brüten sie zum trüben Licht empor.
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Ihr Düstern! Seid ihr noch von Winterschauern
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Verstört und lahm? Hat Scheintot euch erstarrt,
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Daß ihr nun bang des Auferweckers harrt?

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Horch! Weint hier jemand? Wimmern ferne Eulen?
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Wo bin ich? Schwarze Stämme. Sind es Säulen?
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Sie wölben sich zum schauervollen Saal;
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Und an der Decke schwelt die Ampel fahl.
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Ach wohl, ich spür's, ich bin in einer Gruft!
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Es haucht mich an mit kaltem Moderduft
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Und ängstigt mir die Brust wie Todesqual:
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Der Seufzer stockt ...

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Da horch! Aus hoher Luft
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Verworrner Ruf, geheimnisvoll Geraune.
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Ist Rettung nah? Und wie ich aufwärts staune,
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Da sieh/ am dämmerhaften Himmelsbogen
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Kommt schattenhaft Gewimmel hergezogen,
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Zum Keil gereiht/ Wildgänse, Wanderheere/
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Ein Schlachtgeschwader, vorgestreckt die Speere.

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Das stürmt so ungestüm, das ringt so hart,
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Das rudert und das keucht, das gellt und schnarrt.
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Nun saust ihr Fittich über mir und surrt ...
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Vorbei!

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Und noch ein Keil, und noch ein Keil!
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Wie Wogen rauscht es. Lauter Wikinghorden!
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Sieg, Helden! Sieg! Der kühnen Sehnsucht Heil!
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Der starken Unrast Heil, die heim gen Norden
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Euch treibt, zum trauten Nest an Felsenborden/
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Wo nun das Moos erblüht, und schollenfrei
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Im Sonnengold die Welle tanzt mit Rauschen ...
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O Frühling, Heil! Fahrt wohl!
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Vorbei/ vorbei!

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Wie Traumgestammel noch ein wirrer Schrei/
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Verschlungen von der Öde ... Starres Lauschen ...

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Bruno Wille
(18601928)

* 06.02.1860 in Madgeburg, † 31.08.1928 in Schloss Senftenau in Aeschach

männlich, geb. Wille

deutscher Prediger, Journalist und belletristischer sowie populärphilosophischer Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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