Durch silberne Halme

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Bruno Wille: Durch silberne Halme Titel entspricht 1. Vers(1894)

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Durch silberne Halme
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Eisiger Scheiben
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Dämmert zu mir
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Ins Dunkel der Mond./

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Ich bin ein See,
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Erstarrt zu Eise,
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Darin sich spiegelt
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Der traurige Mond;

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Dürres Schilf
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Zittert und flüstert ...
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Ich höre dich weinen
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Und schluchzen/ wie einst.

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Einst füllt' ich achtlos
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Dir Tage mit Leide,
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Bis daß du weintest
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Aus schluchzender Brust.

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Wohl hab ich flehend
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Geküßt die Tränen,
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Doch war's geschehen,
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Daß du geweint.

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Jetzt ist dein Auge
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Längst getrocknet ...
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Doch weinst du ewig
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In meiner Seele.

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Und ich muß weinen
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All deine Tränen,
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Geliebtes Antlitz/
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Und noch viel mehr.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Bruno Wille
(18601928)

* 06.02.1860 in Madgeburg, † 31.08.1928 in Schloss Senftenau in Aeschach

männlich, geb. Wille

deutscher Prediger, Journalist und belletristischer sowie populärphilosophischer Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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