Wir hielten uns umschlungen

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Bruno Wille: Wir hielten uns umschlungen Titel entspricht 1. Vers(1894)

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Wir hielten uns umschlungen;
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Nachtodem hauchte mild,
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Der Junimond durchblaute
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Gebüsch und Grasgefild.

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Ich staunte in die Landschaft;
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Die lag so fremd. Doch klang
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Geheim aus Sternenmeeren
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Ein heimatlicher Sang.

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Ich staunte in dein liebes,
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Mondbleiches Angesicht/
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Auf deiner Augen Grunde
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Erglomm ein fremdes Licht.

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Und dich auch sah ich staunen;
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Die Lippen zuckten stumm.
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So weh war unsre Liebe/
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Wir ahnten wohl, warum.

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So weh/ ob Mund an Munde
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Auch süßen Taumel trank;
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So weh/ ob Aug in Auge
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Auch liebetief versank.

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Wir fühlten, Herz an Herzen,
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Wie ewig dich und mich
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Ein banger Abgrund scheidet/
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Wir sind ja du und ich!

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Wir schluchzten auf/ vor Heimweh!
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Die Heimat liegt so weit,
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Dort hinter Sternenmeeren,
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Weit, in der Ewigkeit.

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Dort in der Heimat findet
30
Dies bange Schmachten Ruh:
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Es fließen ineinander/
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O selig/ ich und du.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Bruno Wille
(18601928)

* 06.02.1860 in Madgeburg, † 31.08.1928 in Schloss Senftenau in Aeschach

männlich, geb. Wille

deutscher Prediger, Journalist und belletristischer sowie populärphilosophischer Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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