Das bist du

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Bruno Wille: Das bist du (1894)

1
Wenn mit Dunkel und mit Schweigen
2
Mutter Nacht dein Bett umhüllt,
3
Lausche, wie mein Zaubergeigen
4
Heimlich dir die Kammer füllt.
5
Lausche, wie dich Wunderglocken
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Fromm zur heilgen Tiefe locken.
7
In der Tiefe wohnt die Ruh,
8
Und die Tiefe/ das bist du.

9
Frieden ihm, so dir zur Seiten
10
Atmend ruht; er ist dein Schild.
11
Frieden allen Erdenbreiten,
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Jedem Gottesebenbild!
13
Gib den Hütten dein Erbarmen
14
Und dem Glück ein froh Umarmen.
15
Ohne Güte keine Ruh.
16
Jedes Antlitz/ das bist du.

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Engel, heitre Lichtgestalten,
18
Steigen aus dem dunkeln Land
19
Und in deine Hände falten
20
Kosend sie die Kinderhand.
21
Sieh doch, deine toten Lieben
22
Sind dir alle treu geblieben;
23
Mutterherz heißt ihre Ruh.
24
Deine Kinder/ das bist du.

25
Spürst du auch, wie auf dein Grüßen
26
Harrt ein treuer Paladin?
27
Aus der Ferne dir zu Füßen
28
Kann ihn deine Sehnsucht ziehn.
29
Gib dein Auge seinem Auge;
30
Eins im andern sauge, sauge
31
Heimatswonne, Heimatsruh.
32
Du bist ich, und ich bin du.

33
Horch, mein Lieb, die Zaubergeigen
34
Singen Hochzeitsmelodein,
35
Und der bunte Sternenreigen
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Stimmt und funkelt üppig drein.
37
Welten schwärmen dort bei Welten,
38
Wiegen sich in blauen Zelten,
39
Summen uns in selge Ruh ...
40
Ich bin Stern, und Stern bist du.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Bruno Wille
(18601928)

* 06.02.1860 in Madgeburg, † 31.08.1928 in Schloss Senftenau in Aeschach

männlich, geb. Wille

deutscher Prediger, Journalist und belletristischer sowie populärphilosophischer Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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