Im herben Wind, am Dornenzaun

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Bruno Wille: Im herben Wind, am Dornenzaun Titel entspricht 1. Vers(1894)

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Im herben Wind, am Dornenzaun,
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Bei toten, raschelnden Ranken,
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Verödet muß dies Greisenhaupt
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Die trüben Tage durchwanken.

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Und aschendürr und aschenfahl,
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Von Gram gebeugt, hinab
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Zur wüsten Erde starren:
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Du meiner Hoffnung Grab! –

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Ach wohl, im Sommer! – als flammend heiß
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Im Blauen die Sonne stand,
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Da war von üppigen Träumen
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Mein jugendlich Haupt entbrannt.

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Ich loderte glutig und dünkte mich selbst
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Solch herrlicher Flammenbronnen
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Und wollte im Herbste Garten und Flur
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Besäen mit roten Sonnen.

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Doch als er kam, der Herbst – da ward
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Ich zage wie welkendes Laub,
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Und als ich neigte mein Haupt zur Saat,
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Da war manch Körnlein taub.

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Und etliches fiel auf dürres Gestein,
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Der Vogel hat es gepickt,
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Und etliches wird, wenn es keimt, zertreten
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Oder von Dornen erstickt.

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Und etliches hat der barsche Sturm
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Geschleudert – weiß nicht wohin –
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Auch den vermessenen Jugendtraum
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Gezaust mir aus dem Sinn. –

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Nun steh ich hier am Dornenzaun
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Bei toten, raschelnden Ranken
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Und muß mit ödem Greisenhaupt
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Die trüben Tage durchwanken.

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O Jugend, du fliegst kühn und rasch,
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So wie die Schwalbe schnellt;
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Doch, gleich der Schnecke träge, schleicht
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In Ewigkeit die Welt.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Bruno Wille
(18601928)

* 06.02.1860 in Madgeburg, † 31.08.1928 in Schloss Senftenau in Aeschach

männlich, geb. Wille

deutscher Prediger, Journalist und belletristischer sowie populärphilosophischer Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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