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Stumm lag die Straße unter schwarzem Laken;
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Verschlafen blinzten der Laternen Flammen;
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Die öden Pflastersteine schraken
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Vor meinem Schritt zusammen.
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Doch mir im Haupte brandete das Blut,
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Und üppig blitzten die Gedanken –
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Des Hochgespräches kühne Brut,
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Bei dessen wild erhabener Glut
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Ich mit den Freunden saß, in feierlicher Nacht ...
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Und staunend schaut' ich die Gedankenpracht
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Und fühlte staunend meines Herzens Weihe;
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Und meine Seele wuchs zu hehren Sternen, –
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Wie Rauchschwall wirbelnd sich gen Himmel breitet.
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Und wie ich schlafen sah die dunkle Häuserreihe,
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Der liebewach sein schlummernd Volk durchschreitet.
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Doch als ich öffnete des Hauses Thor,
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Da gähnte schwarz das Haus wie eine Gruft;
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Und als die finstern Treppen ich empor
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Getastet bis zum Stockwerk unterm Dach,
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Da hauchte mir das enge Schlafgemach
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Entgegen drückend schwüle Luft.
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Beklommen streckt' ich mich zu Bett
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Und suchte Schlaf. Doch heiß war meine Stirn,
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Und rastlos grübelte das müde Hirn.
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Dann aus der dunkeln Ecke kam geschlichen
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Die Angst und kroch mit ekler Gier empor
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Und drückte meine Brust und würgte mich;
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Und meine Glieder waren totenstarr,
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Und eine Stimme zischelte mir ins Ohr:
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Und Heiland dich bedünkt,
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Da liegst du nun gefällt,
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Von meiner Faust gefaßt,
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Wie all dein kummerbleiches Volk,
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Das hingestürzt von Tageslast
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Rings unter dumpfen Dächern modert ...«
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Und wie es zischelnd höhnte,
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Und wie im Finstern drüben
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Mein Doppelgänger wimmerte und stöhnte,
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Da brach mein Herz, da sank mit hohlem Dröhnen
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Mein Sarg in schwarze Erde;
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Der Deckel preßte meine dumpfe Stirn,
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Und die Gedanken starrten im Gehirn. – –
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Was zwitschert heimlich in der Ferne
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So süß und morgenfrisch?
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Was spür' ich wie ein Liebchen schleichen
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Vom Fenster durch das lauschig stille Zimmer?
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Bist du es, Dämmerung? Ja! Du bist es, Liebchen!
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Schon grüßen mich mit geisterhaftem Schimmer
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Der Tisch, das Polster und die Uhr ... Ihr bleichen,
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Vom Tod erstandnen Freunde! Ja, es tagt!
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Wie wonnig meine nachtgequälten Augen
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Des Lichtes zarte Rieselquelle saugen!
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Und wie in lichtgetränkten Wolkenräumen
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Die Lerche selig zwitschert! –
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O laß mich lauschen, laß mich selig träumen,
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Verschlief dein Köpfchen, flügelgeborgen,
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In dunkler Ackerfurche der Vorstadt.
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Doch als mit hauchendem Kusse der Morgen
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Dein Flaumkleid rührte, bist du erwacht
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Und sehnsuchtsvoll auf schlafgestärkten Flügeln
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Emporgeschwirrt zu frischen Morgenlüften,
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Wo zwischen grauen Wolkenhügeln
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Aus rotbesäumten Schlüften
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Des Tages goldne Quelle bricht.
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Und auf zum jugendlichen Licht
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Mit nie versiegender Liebeslust
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Jubelt die zärtliche Sängerbrust:
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»wie bist du süß! Wie bist du süß!«
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Wie junger Sonnenschein,
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Der über die entzückte Au
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Aus glutverklärten Fenstern lauscht
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Manch trostverschmachtet Ohr
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Schwebst mit der hilflos matten,
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Von bangen Straßenschatten –
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Zu seligem Ruhe-Eiland.